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Der Untergang des

Schlachtschiffes „Bismarck“

1941

 

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27. Mai 2016

 

 

Zum 75. Jahrestag des Unterganges des Schlachtschiffes Bismarck

 

 

 

              Der Kommandant der Bismarck, Ernst Lindemann,

 

Ernst Lindemann war verheiratet mit Hildegard („Hinni“) geb Burchardt, der Schwester meiner Mutter (der „Mumi“), war also mein angeheirateter Onkel. Er stammte aus Berlin.  Ein Bruder von Ernst wanderte in den frühen 1920iger Jahren als Architekt in die USA aus.  Ernst liebte englische Literatur und konnte lange Abschnitte von Shakespeare dramatisch auf Englisch zitieren (etwa aus „Julius Caesar“) – und uns Kindern sehr lustig den damals modernen Tanz, Charleston, vorführen! 

An Bord seines Schiffes war Ernst Lindemann ein erstklassiger Kommandant, sehr fähg, diszipliniert, streng und von allen sehr geachtet!

    Ein kleines Bleimodell der Bismarck steht auf meinem Schreibtisch.  Ein Bild von Ernst Lindemann steht in meinem oberen Büro – unter denen, die ich besonders achtete.

 

Das Schlachtschiff Bismarck lag von 1940 bis Anfang 1941 nach Fertigstellung zur Erpobung auf der Reede vom Hafen Gotenhafen, heute Gdingen in Polen.  Dort besuchten wir die Lindemanns im Sommer 1940 und „Onkel Ernst‘ nahm mich (und meine Cousine Karin Horstmann, Tochter eines anderen Seeoffizieres) als damals 9-jährigen zwei Mal mit an Bord.  Ich war derart beeindruckt, dass alles noch ganz lebendig in meiner Erinnerung vor mir steht!

Ernst Lindemann hatte wohl 1940 dieses Komando auf der Bismarck nach einiger Zeit Stabsarbeit im Oberkommando der Kriegsmarine in Berlin erhalten, wobei er die neue Theorie vertrat, dass ein modernes Schlachtschiff, wie die Bismarck, nicht so sehr seemännisch als Schiff auf See, sondern als Unterlage und Transport für starke Artillerie zu verstehen ist.  Daher hatter er sich vor allem in Artillerie ausbilden lassen und die Ausrüstung und Führung seines schon vorher ihm zugewiesenen Schiffes darauf ausgerichtet.

Jeweils wenn er mir gestattete, mit auf die Bismarck zu kommen, delegierte er von seiner eleganten Kapitänskajüte aus (in der ein großes Originalporträt vom Kanzler Otto von Bismarck hing, gemalt von Lenbach, einem berühmten deutschen Maler) sofort einen Matrosen, mich durch das ganze Schiff zu führen.  Natürlich war ich auch von den großen Maschinen tief im Inneren des Schiffes beeindruckt und von einem Besuch in einem der Doppelkanonen-Türme mit ihrer komplexen Granatenzufuhr tief aus dem Schiffsinneren, ihrer Kanonenkontrolleinrichtung und den auf einigen Kanonentürmen befindlichen Riesenfernrohren mit genauer Entfernungmessung (hinter den beiden „Ohren“ an einigen der Geschütztürme befindlich – je weiter auseinander die beiden Sehlinsen waren, desto genauer konnten große Entfernungen gemessen werden).  Am interessantesten war aber der Artillerieführungsraum tief im Inneren, wo an sehr großen Tischen mit verschiebbaren Linealen die Lage des Schiffes, der möglichen verschiedenen Gegner und vor allem der Weg des Schießens und die Stellen der Einschläge gemessen und dargestellt wurden – wie das vor Computern eben möglich war.  Da wurde Entfernung, Windstärke und -richtung in Einstellung der Kanonenrohre relativ zur Schiffsausrichtung umgerechnet, die dann in den Kanonentürmen noch Automatik zur Kompensierung der Schiffsbewegung bei Seegang besaßen.

Die Bismarck besaß auch am Mast eine erste Ausführung des wohl in Deutschland erfundenen Radargerätes (damals „Würzburggerät“ benannt und von Telefunken unter meinem Vater entwickelt und gebaut).

 

Anfang 1941 hatte Deutschland in einem „Blitzkrieg“ bereits Frankreich besetzt (dieser Blitzkrieg war eine Erfindung des Panzergenerals Guderian, dessen langjähriger Adjutant Peter von Bredow aus Landin war, unserem Sommerheim, mit dem wir auch später noch Kontakt hatten).  Es wurde damals eine Landung in England erwogen.  England hatte seine anfangs Deutschland unterlegene Luftwaffe dank zunehmender Unterstützung aus den USA mit Transporten über den Atlntik wieder aufbauen können.  Dadurch verschärfte sich der Luftkrieg zwischen Deutchland und England, mit zunehmenden Bombardierungen der Städte auf beiden Seiten.  So ging es Deutschland um die Unterbrechung dieses Nachschubes (in Geleitzügen) über den Atlantik.

Deshalb wurde nun die Bismarck zu einem gewagten und großen Einsatz im Atlantik gegen den amerikanischen Nachschub nach England zunächst nach Norwegen in einen gut geschützten Fjord verlegt.  Kapitän Lindemann wollte die Atlantik-Aktion in einer stärkeren Gruppe von vier schweren Schiffen durchführen.  Der Chef der deutschen Kriegsmarne, Admiral Reeder, zusammen mit dem ihm unterstellten Admiral Lütjens, beschloss aber, daß nur der schwere Kreuzer „Prinz Eugen“ die Bismarck begleiten würde.  Die Fahrt sollte möglichst England überraschend weit im Norden um England herum, an der Küste Islands vorbei, in den Atlantik führen.

Beim Auslaufen von Norwegen hatte Kapitän Ernst Lindemann aus leider völlig unverständlichen Gründen nicht volle Treibstoffbunker!  Dazu hatte er das Pech, dass sich jener Admiral Lütjens, ein großer Nazi, der Ruhm suchte, selber zur Mitfahrt eingeladen hatte, da ja zwei Schiffe losfuhren, die Bismarck und die Prinz Eugen, also eine kleine Flotte, die wohl ein Oberkommando brauchte.  Das blieb auch so, als die Prinz Eugen sich bald stark beschädigt von der Bismarck trennte und nach Brest in Franreich abdrehte, also die Bismarck alleine weiter fuhr – mit dem nicht immer guten Doppelkommando von Lütjens und Lindemann!

Die englische Aufklärung hatte das Auslaufen der deutchen Schiffe erkannt,  Die zwei schwersten englischen Schiffe, die in jenem Gebiet gerade zur Verfügung standen, wurden ihnen sofort entgegen gesandt, die „Hood“, noch kurz davor das größte Schlachtschiff der Welt, und das Schlachtschiff „Prince of Wales“.

Als es dann am 24. Mai vor Island zum ersten Kampf der Bismarck gegen die englische „Hood“ kam, verbot Lütjens, zurück zu schießen, und wollte nur möglichst schnell in den Atlantik weiter hinaus fahren (etwa flüchten?).  Als aber die Granaten der Hood näher bei der Bismarck einschlugen, erklärte Lindemann als Kommandant : „Ich lasse mir nicht mein Schiff unterm Hintern wegschießen!  Artillerie: Feuer!“.

Damit gingen sofort die Schüsse von der Bismarck los.  Die Hood bot ein besonderes Problem.  Die Seitenpanzerung war besonders stark, kaum zu durchschießen.  Die Panzerung des Decks war daher vernachlässigt, um Gewicht zu sparen.  Man musste also mit sehr steilem Winkel schießen, um die Granaten von oben einschlagen zu lassen, was das Treffen noch schwerer machte.  Die Artillerie (wie mein älterer Bruder Jürgen, dar ja im zweiten Weltkrieg bei der Artillerie in der Schussberechnung an der Front in Italien gedient hatte, mir einmal beibrachte) muss beim ersten Schuss auf den Gegner beabsichtigt ein ganz wenig zu kurz schießen, sodass man den Einschlag klar vor dem Ziel sehen und den Abstand genau messen kann.  Oft geht der Zweite dann etwas zu weit, sodass, der Dritte genau trifft.  Tatsächlich traf die dritte Salve der Bismarck (auf über 15 km Abstand) die Hood steil von oben genau in die Mitte, durch das Deck in die tiefliegenden Mnitionskammern eindringend, die furchtbar explodierten und das Schiff sofort versenkten (leider mit Verlust so vieler Menschen)! 

Darauf drehte die „Prince of Wales“ ab, auch schon stark beschädgt und brennend. 

Ebenso trennte sich die Prinz Eugen von der Biisarck, wie oben erwähnt, und fuhr zur Reparatur nach Brest in Franreich ab, sodaß die Bismarck alleine weiter fuhr.  Die Prinz Eugen fuhr ungestört, da die englische Flotte nur auf die Verfolgung der Bismarck ausgerichtet war.

 

Die Bismarck fuhr nun zunächst Richtung Atlantik weiter.  Sie hatte aber einen leichten Einschlag von der Hood erhalten, der ausgerechnet ein Treibstoffreservoir traf, das nun langsam auslief.  Es war also dieser sonst nebensächliche Schuss, der weiter zur Katastrophe der Bismarck führte!  Nun war nicht mehr genug Treibstoff im Schiff, da ja auch nicht genug von Norwegen mitgenommen war, um mit schneller Fahrt das Nachschubschiff zu erreichen, das im Atlantik schon mit Nachschub an Treibstoff und Munition wartete. 

Es wurde beschlossen, nach Süden zur nahen französischen Küste abzudrehen und langsam zu fahren.  Aufkommendes schlechtes Wetter schützte und ließ die Bismarck die verfolgenden englischen Schiffe und Flugboote abschütteln.

Da erkundigte sich am 25. Mai ein deutscher Luftwaffengeneral bei der Kriegsmarine, wie es der Bismarck ginge, auf der sein Sohn Dienst tat.  Die betreffende Marinediensttelle machte den unentschuldbaren Fehler, ihm telegraphisch mitzuteilen, daß die Bismarck in Richtung Frankreich nach Süden abgedreht sei.  Obwoh dieser Funkspruch mit einer „Enigma“-Maschine angeblich unentschlüsselbar geschützt war, hatten die Engländer inzwischen eine solche Maschine von einem untergehenden U-Boot erobert und nördlich London eine große Gruppe von Spezialisten etabliert, die nun Funksprüche mühsam lesen konnten.  Einer jungen Mitarbeiterin, die gerade in der Schweiz Deutsch gelernt hatte und solch Entschlüsselungen auf Inhalt kontrollieren sollte, fiel diese Angabe des Kurses der Bisarck auf und sie meldete dieses sofort weiter. 

So konnte die Verfolgung der Bismarck in nun bekannter Richtung wieder beginnen! 

Vor der französischen Küste lag ein Sperrriegel von deutschen U-Booten, um die Bismarck aufzufangen und vor Verfolgern zu schützen – den die Bismarck dann aber nicht mehr erreichte.  Die dort getauchten U-Boote erhielten unter Wasser damals nicht mehr die Meldung, zur Rettung der Bismarck nur eine kurze Strecke nach Norden zu fahren.  Auch die Reichweite der deutschen Luftwaffenflugzeuge konnte wegen des dann ausgerechnet auch an dem Tag noch sehr stark zunehmenden NW-Sturmes nicht mehr erreicht werden.  Es ging zum Schluss, am 26. Mai, nur noch um das Weiterfahren der letzten Nacht, um in Sicherheit zu gelangen – zumal dann auch einigen großen britischen Schiffen der Brennstoff zur Verfolgung der Bismarck noch weiter nach Süden ausgegangen wäre!  An Bord der Bismarck ergab sich gute Stimmung so kurz vor der Rettung!

Admiral Lütjens machte wohl an jenem 26. Mai den fatalen Fehler, die Bismarck zu veranlassen, zwei telegraphische Nachrichten von ihm nach Deutschland zu senden (eine war nur eine unverständliche Treuebezeugung an Hitler, seinen „Führer“).  Die Engländer konnten aus dem Empfang dieser Signale die Position der Bismarck dann genau anpeilen!   

Kurz darauf entdeckten Flugboote und eine ausgesandte Gruppe englischer Kleinflugzeuge (mit jeweils nur einem Torpedo) von einem Flugzeugträger aus die Bismarck durch die Wolken (sehr gut auf einem Gemälde gezeigt, das in Essex, Connecticut, im Musikraum des „Griswold Inn“ hängt).  Noch am späten Abend, bereits in der Dämmerung des 26. Mai, wurde angegriffen!  Das war die letzte Chance der Engländer, da eine weitere Fahrt der Bismarck diese in den Schutz der deutschen U-Boote und Flugzeuge gebracht hätte und die großen englischen Schiffe wegen eigenem Treibstoffmangel hätten abdrehen müssen!

Torpedotreffer in die Seite der Bismarck schadeten nichts, da diese in modernster Bauart gerade deshalb eine Doppelhülle hatte!!  Aber einem der letzten Torpedos konnte die Bismarck trotz schnellster Fahrt und wilder Abdrehmanöver gerade um nur einige Meter nicht entkommen, sodass ganz unwahrscheinlicher Weise gerade die einzige und sehr begrenzte Torpedo-empfindliche Stelle des Schiffes, die Steuerung durch die Ruder am Heck, getroffen wurde!  Unglaublich!!

Der Schuss gelang dem Pikoten eines britischen Kleinflugeugs, der mit größtem Mut und Können praktisch auf Höhe der Wellen unter dem Schussbereich der Abwehrkanonen bis auf wenige Meter Abstand genau von hinten anflog!  (Er überlebte!)

Warum konnten die Abwehrkanonen nicht tiefer schießen?

Reparaturversuche der nun seitlich verklemmten Ruderanlage gelangen nicht! 

Damit konnte die Bismarck nur noch ständig in einem kleinen Kreis herumfahren, oder, mit geringer Geschwindigkeit vom Sturm ständig gedreht, gerade in den Sturm hinein und damit auf ihre Verfolger zu, statt von ihnen fort in die Sicherheit zu entkommen. 

Lütjens hatte dann mit all dem nichts mehr zu tun, wo es ja nur um die Führung des Schiffes und der Artillerie ging, was also Kapitän Lindemanns Aufgabe war!  Lüjens stand also nach seinen unglückbringenden Telegrammen wohl nur noch im Wege – hielt sogar noch eine die Mannschaft deprimierende Ansprache, die Lindemann durch eine zweite Ansprache zu korrigieren versuchte!

     

Dann begann der Endkampf.  Die Engländer hatten alle ihre größten Schiffe aus dem Atlantik zusammngezogen, wobei zwei von diesen Schiffen Kanonen mit größerer Reichweite hatten, als die Bismarck!  Warum hatte die Bismarck nicht Kanonen mit dieser Reichweite bekommen?  Also brauchten diese englischen Schiffe nur in sicherem Abstand um die gelähmte Bismarck herum zu kreisen und diese allmählich kaputt schießen, wobei es immer größere Brände auf dem Schiff gab und zahlreiche Seeleute verwundet oder getötet wurden.  Das war für die verbliebene Besatzung ganz entsetzlich!! 

Die Kanonen der Bismarck fielen nach und nach duch erhaltene Treffer aus. 

Als alles Weitere sinnlos war und das Bedenken bestand, dass man wegen der Brände nicht mehr an die Ventile am flachen Boden des Schiffes herankäme, wurde das Verlassen des Schiffes für alle Verbliebenen beordert und die Ventile geöffnet.

Nun begann das Schiff also auf letztlich eigene Veranlassung hin zu versinken.  In den letzten Minuten hob sich das Vorderteil aus dem Wasser mit der Fahne am Bug, das Heck begann zu versinken und das ganze Schiff begann, sich langsam nach links zu drehen (kenterte schließlich). 

Da kam Kapitän Lindemann vom Kommandostand heraus, ging ruhig zur deutschen Fahne am Bug des Schiffes.  Ein persönlicher Läufer wollte ihn noch begleiten.  Er sandte ihn aber fort, sich im Meer zu retten.  Bei der Fahne angekommen hielt er sich auf dem nun schräg liegenden Schiff mit einer Hand dort fest, während er mit der anderen Hand an der Mütze (nicht im Hitlergruß) seiner Heimat den letzten Gruß sandte – und dann mit dem Schiff in den Wellen unterging!

 

Lütjens wurde nicht mehr gesehen und von ihm nichts mehr gehört. 

 

Von den noch weit über 1,000 von Bord gegangenen Seeleuten wurden nur ca 115 von den Engländern gerettet, zumal Rettungsseile, die von den Rettung bringenden englischen Schiffen herunterhingen, von dem verbliebenen Öl der Bismarck derart verschleimt waren, daß sich kaum einer damit hochgezogen werden konnte, außer wenn Schlaufen eingeknotet waren. 

Dann  ging plötzlich Befehl an alle englischen Schiffe, sofort und schnellsten zu den englischen Häfen zurückzufahren, da angeblich deutsche U-Boote gemeldet seien! 

So ertranken alle anderen deutschen Seeleute dort in einer letzten Enttäuschung (außer 5, die später noch von einem U-Boot gefunden wurden)!

War da noch ein anderer Grund?  Die größten Schiffe der Engländer waren ja praktisch am Ende ihres eigenen Treibstoffes – hätten also bald selber sehr langam fahren oder gar abgeschleppt werden müssen.  So wurden die noch schwimmenden deutschen Seeleute geopfert, um die englischen Schiffe abzusichern.

Warum hatte man nicht zumindest ein paar kleinere Schiffe, etwa Zerstörer, zur weiteren Rettung zurück gelassen?

 

Unter den wenigen deutschen Geretteten war auch ein Artillerieoffizier, der dann viel später, nach seinem Dienst im auswärtigen Dienst und eigener Pensionierung, ein Buch über seine Erlebnisse beim Untergang der Bismarck schrieb: „Schlachtschiff Bismarck 1940/41“ von Burkard Freiherr von Müllenheim-Rechberg, Ullstein Verlag 1980, mit ISBN 3 550 07925 7.  Ich habe zwei Kopien dieses Buches.

 

Kapitän Ernst Lindemanns Frau ließ sich nach ihrem Tode kremieren und ihre Asche dort über dem Atlantik verstreuen, wo die Bismarck untergegangen war – um zu ihrem Mann zurückzukehren, um bei ihm zu bleiben! 

 

Für Ernst Lindemann, der posthum zum Admiral ernannt war, wurde in Berlin Dahlem, im Friedhof der Dahlemer Dorfkirche, ein sehr gutes Ehrengrab errichtet (das ist also im Friedhof der Kirche, wo Pfarrer Niemöller Pfarrer war, der vorher im ersten Weltrieg U-Boot Kommandant war und als letztes U-Boot bei Kriegende wieder in einen deutschen Hafen einlief, vor dem vorletzten U-Boot, der U-94, auf dem mein Vater, Martin Schwab, Kommandant war.  Niemöller leitete später die protestantische „Bekennende Kirche“ in Opposition gegen die Nazis, die auch von meinem Vater unterstützt wurde.  Mein älterer Bruder, Jürgen, wurde von Niemöller dort konfirmiert).

Viele Deutsche waren im zweiten Weltkrieg in einem schwierigen Konflikt zwischen Patriotismus, Pflichterfüllung und Hitlernachfolge. 

So sahen sie auch in dem Krieg nicht nur eine Naziwildheit, gegen die sich die Welt wendete, sondern auch eine Fortsetzung des ersten Weltkrieges, bei dem es doch weitgehend um einen Kampf der Weltgeltung zwischen England und Deutschland und die nationale Freiheit ging, also um einen patriotisch motivierten Kampf, nicht nur um ein politisches Thema der Nazis!

Und, als der Krieg einmal begonnen war, konnte man dann seine eigenen Leute im Stich lassen, etwa die eigene Seite boykottierend?  Dieses war besonders bei Deutschamerikanern in den USA ein Problem!

So überwog bei vielen, besonders in Deutschland, das patriotische Empfinden – zu kämpfen.

 

 

Schlussbemerkung:

Der Verlauf dieses Krieges ist aus deutscher Sicht in einem separaten Aufsatz dargestellt, „Der Zweite Weltkrieg“, siehe www.schwab-writings.com.

Der Untergang der Bismarck im Mai, 1941, war Deutschlands erster großer Rückschlag im Krieg, mit dem Verlust von 2000 Seeleuten und dem Fortbestand der Versorgung Englands durch die USA.

Ende 1942 bis 1943 verlief dann der katastrophale Kampf um Stalingrad, der mit dem Verlust von über 200.000 Soldaten alleine für Deutschland endete – und viel mehr Verlusten noch für alliierte Kräfte und die Russen.  Der Rückzug aus dem Osten war nun in vollem Gang.

Damals begann auch die starke Bombardierung der deutschen Städte mit großem Verlust an Zivilisten.  In Hamburg wurde dabei der erste „Brandsturm“ ausglöst – der letzte in Dresden, bei dem schon praktisch am Ede des Krieges noch 25.000 Menschen umkamen,.

Daneben verlief die Vernichtung von Millionen von Juden, Zigeunern und anderen Opfern.

Nach dem Krieg, Anfang 1946, wurden die Deutschen Bewohner aus Schlesien und den europäischen Ostgebieten vertrieben.  Über 10 Millionen Mensch, meist Frauen, Kinder und verbliebene Alte mussten flüchten.  Ungefähr 1 Millionen verstarben bei der Flucht (und in verzweifeltem Selbstmord).

 

Nun hatten wir kaum 70 Jahre des Friedens und Aufbaus.  Aber in Afghanistan und Syrien ist die Welt wieder so grausam und mörderisch, wie selten zuvor!

Was können wir tun, um eine ordentliche Welt aufzubauen, mit genügend Unterhalt für jeden?  Was können wir tun, um Leiden zu mindern und jedem mehr Chancen zu eigener Erfüllung zu bieten?  Wie können wir mehr Freude, auch an der Kunst, und zwischenmenschliche Wärme in die Welt bringen und die Natur schüzen?  Wie können wir überall die politische und religöse Governance auf Erden verbessern?

Lasst dunkle Ereignisse und Erlebnisse auf Erden unsere Entschossenheit bestärken, uns um das Richtige und Gute zu bemühen!

Ende

 „\a16gnl\Bernard-05-27-16G“