Meditationen

 

oder

Gebete

 

für

Gläubige

 

oder

Ungläubige

 

In ernsten Stunden sucht unser Empfinden einen höheren Blick, über die Tagesverflechtungen hinaus – sucht Klarheit, Halt, Richtung, Hilfe im Urgrund des Seins – für viele „Gott“

Manchmal möchten wir auch Dankbarkeit und Freude zeigen in Harmonie mit diesem Urgrund

Wie kann es das im modernen Denken aber noch geben?

(von Helmut Schwab)

080511

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Die Meditationen sollen versuchen, sich zur Geistigkeit des Universums zu erheben – zur „Struktur gebenden und geistigen Essenz der Existenz“ – uns erkennbar ausgedrückt in der Entstehung des Kosmos, seiner Funktion, unserer Existenz und des Vergehens – in größter Bewunderung und Ehrfurcht.

Aber können wir dort Halt und vielleicht auch Trost finden?

Können wir versuchen, von dieser Betrachtung Möglichkeiten und Richtlinien für unser Leben abzuleiten?

Mögen wir der in dieser Existenz uns ermöglichten Entfaltung gerecht werden.  Ein Blick in die Höhe und Tiefe des Kosmos und seiner Ordnung kann uns darin bestärken.  Ein Blick auf die vielfältige Not in dieser Welt kann uns antreiben.  Ein Blick auf das vielfach Erfreuliche und Schöne dieser Welt kann uns erfrischen. 

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Einleitung:

 

Die bedeutenden Gebete der großen Religionen wurden vor langer Zeit von geistig forschenden und führenden Menschen in ihren Kulturen formuliert.  Sie entsprachen dem jeweils tiefsten Verständnis der geistigen Essenz und Struktur unserer Welt.  Sie dienten dazu, die Menschen immer wieder über das Alltägliche hinaus auf diese höhere Essenz unseres Seins und zu der für uns als geltend angesehenen, grundsätzlichen Ausrichtung zu erheben.  So kam es zu der Formulierung des Glaubens an Gott aber besonders auch zu den daraus abgeleiteten Gesetzen für unser Leben.    

Das moderne Denken hat vielen von uns den Begriff des personifizierten „Gottes“ genommen – und Beobachtung der Welt auch dessen Erreichbarkeit durch unsere Gebete! 

Was bleibt ist aber die christliche Ethik.  Zunehmend gilt auch geistig-intellektuelle Klarheit.  Diese begann mit den griechischen Denkern der Antike – fortgeführt über die Scholastik und Aufklärung, nun von unserer modern-„wissenschaftlichen“ Welt ausgebaut.

Vordergründig zur Naturinterpretation ist Darwins (und Wallaces) Lehre – die nicht eine lenkende christliche Liebe postulierte, sondern dass lediglich „der Fähigste“ sich jeweils durchsetzt (genau übersetzt, „der am besten Angepasste“).  So kam es zum Problem der Theodizee – der Frage, wie Gott angesichts des Übels und des Bösen in der Welt gerechtfertigt werden kann.  Denn nun erkannte man die große Grausamkeit der vorher so romantisch gesehenen Natur.  Nun sah man, dass alle Organismen von Unfällen, viralen, bakteriellen oder fungalen Erkrankungen, von Parasiten und von räuberischen oder einfach andere aberntenden Organismen ständig aufs Äußerste bedroht sind – und meist auch andere bedrohen. 

In den Pilgerkirchen findet man die Dankeszeichen (Votivtafeln) von Menschen, die glauben oder erfuhren, dass ihnen geholfen wurde.  Man findet aber nicht die Erinnerung an die Unzähligen, deren Bitten oder Schreie nach Hilfe in oft größter Not keine höhere Reaktion fanden.

Dennoch suchen wir, ob gläubig oder ungläubig, in besonderen Momenten unseres Lebens, über die Verflechtungen des ständigen Alltagslebens mit unseren suchenden Gedanken hinaus zu kommen.  In einer höheren Sicht des Seins, der Existenz, suchen wir Halt – sehr oft auch Hilfe in Not – oder nur Vertrauen auf eine günstige Zukunft – vielleicht aber auch Klarheit und Ansporn zur Ausrichtung für unser Leben.  So beginnen wir als Ungläubige mit Meditationen, wie als Gläubige mit Gebeten – wenn es diese für uns noch gibt.  Letztlich sind beide methodisch sehr ähnlich – für Gläubige oder Ungläubige.  Die Resultate der Gebete sind dann aber schon zwischen den großen Weltreligionen sehr unterschiedlich – zwischen Juden, Christen, Muslimen und vor allem dann noch verglichen zu den Buddhisten und Hindus.  Was kann nun das zunehmend global konvergierende, moderne Denken in Meditationen bringen?  Wie sollte man moderne Meditationen angehen? 

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Die Überbetonung von einer philosophischen Richtung hat oft zu einer starken Reaktion der jeweils entgegengesetzten Philosophie geführt.  In unserer Zeit, in der die Wissenschaft betont wird, sehen wir vielerorts ein Wiedererstarken des religiösen Fundamentalismus – in allen Religionen – oft in gefährlicher Weise.

Das Wiedererwachen eines altgefassten, theologischen Dogmatismus der verschiedenen Religionen mag manchen Menschen ein Gefühl von Sicherheit geben, passt aber oft nicht mehr zu den Bedürfnissen, dem Denken und der Ausdrucksweise der modernen, „global“ gewordenen Welt und kann sogar sich selbst und anderen schädlich werden.  So sieht man, dass der muslimische Fundamentalismus der muslimischen Welt sehr viel mehr Schaden als das Gute gebracht hat, das er ursprünglich einmal bringen wollte.  Dasselbe muss auch vom christlichen Fundamentalismus im Verlauf der Geschichte, und auch heute noch, gesagt werden. 

Was lehren wir unseren Kindern?  Welchen Lebensweg gehen wir selber?  Wir wollen schon, dass unsere Kinder in ihrem Leben eine wirtschaftlich tragfähige Grundlage finden – und brauchen selber eine solche – indem sie moderne Fähigkeiten erlernen und fähig werden, sich durchzusetzen.  Aber selbstverständlich ziehen wir in unserer menschlichen Kultur (die weitgehend auf Kooperation beruht) Frieden vor, schätzen Zuverlässigkeit und bewundern Nächstenliebe in karitativer Großzügigkeit.  So wollen wir uns und unseren Kindern auch ein festes Fundament in diesen „Werten“ unserer Kultur geben und erhalten.

Kulturen und Religionen stützten sich zu ihrem Erhalt von jeher auf Rituale und Gebete – Rituale, um die Gemeinschaft zusammen zu halten – Gebete, um dem Einzelnen Verbindung zur Grundlage seines Seins und eine Ausrichtung zu ermöglichen.

Jedes Gebet der großen Religionen beginnt mit einem Besinnen auf Gott.  Gefolgt wird dieses mit einer Erklärung des Unterwerfens, des Gehorsams, gegenüber dieser Gottesvorstellung.  Es können dann spezielle Vorstellungen oder Gebote zur Anleitung der menschlichen Gesellschaft und zur persönlichen Lebensführung folgen.  Zum Schluss werden oft dann recht praktische Wünsche um Hilfe formuliert.

Was kann ein moderner Mensch tun, der von Zeit zu Zeit eine Grundlage seines Lebens sucht, vielleicht auch Halt und Ausrichtung, zum Teil auch einfach Trost und Hilfe?

Der Mensch hat die besondere Begabung zur Meditation. Meditation bedeutet ein Loslösen von den vielen Verflechtungen des täglichen Lebens, ein sich Einempfinden in ein besonderes Thema des Seins, das dem Denkenden dann Halt und Ausrichtung bringen soll, vielleicht auch inneren Frieden.  Damit steht die Meditation dem Gebet sehr nahe – ist also die „nicht-religiöse“ Form des gleichen geistigen Vorgangs.  Religiöse Menschen suchen das Gebet.  Die nicht-religiösen Menschen suchen die Meditation.  So sind die beiden Wege einander ähnlich, wenn nicht gleich.

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Meditationen:

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Das Format dieses Aufsatzes erwähnt einfach eine Reihenfolge einzelner Gedanken, auch als Sprüche denkbar, gefolgt von Erklärungen und Ausführungen – als Anregung zu eigenem weiteren Denken, zur Meditation und zu entsprechendem eigenen Handeln – so wie religiöse Menschen beten und davon Richtung für ihr Leben bekommen könnten oder vielleicht auch sollten.  Jeder der Sprüche kann als separate Meditation behandelt werden.

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1. Im Maße wie wir uns von den Verflechtungen des Lebens auf Erden gedanklich befreien wollen, uns wie in der Raumfahrt von der Erde erheben möchten, eröffnet sich der Blick zu den Sternen, der Großartigkeit und Weite des leuchtenden Weltraums, und letztlich zur Frage nach dem Ursprung, nach der „Struktur gebenden und geistigen Essenz der Existenz“ im Kosmos – das ist für Gläubige die Frage nach „Gott“.

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Wir stehen mit Bewunderung und Ehrfurcht vor diesem absolut abstrakten Phänomen des Ursprungs.  Keine Vermenschlichung passt mehr.  Die Größe der Welt und der Zeitablauf in unserem Universum übertrifft alles.  Dazu kommt die Festlegung durch diese letzte geistige Essenz des materiellen Aufbaus des Kosmos aus Urpartikeln, die dann von vorgegebenen Kräften, Prinzipien und Konstanten in ihre Bahnen gelenkt und immer neu kombiniert werden, oft zu größeren Kompositionen.  Nur die Quanten Mechanik durchbricht mit ihren Wahrscheinlichkeitsphänomenen diese Strenge der Ordnung, öffnet Türen ins Unvorhersehbare.

Wie wunderbar und groß ist diese Welt – und wie sind wir so klein darin.

Wie wunderbar ist die alles überragende Geistigkeit der Struktur dieser Welt.

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2. Zurückkehrend zu unserem Leben auf Erden:  Wie könnten oder sollten wir unsere menschliche Gesellschaft auf Erden und vor allem auch unser eigenes Leben in diese Struktur des Kosmos einbringen?

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Wo alles im Kosmos sich sinnvoll entwickelt, möglicherweise zu höherer Komplexität, bei uns Menschen nun im Geistigen, können wir doch nicht unser Leben und Wirken nur auf uns selbst ausgerichtet, etwa nur in Genuss oder gar zerstörerisch verbringen!

Wir haben in der natürlichen Evolution die alles Frühere übertreffenden Gaben des Denkens und auch des vertieften Empfindens bekommen.  Die Gaben des Denkens gilt es einzusetzen und die Erwartungen des Empfindens zu erfüllen, um damit selbst und als menschliche Gesellschaft ein Bestand des sich weiter entfaltenden Kosmos zu werden – „zur Freude des Schöpfers“, wie Gläubige es früher formulierten.  Das bedeuten dem Gläubigen die Worte „Dein Reich komme“ und bringen dem Nichtgläubigen Sinn in sein Leben.

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3.  Unsere engen Verbundenheiten hier auf Erden können uns Bedrohung, aber auch Wärme geben.  Vor allem geben sie uns Verpflichtungen zum wohltätigen Wirken. 

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4. Bring nur etwas Klarheit und etwas Wärme in Deine unmittelbare Umgebung.

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Klarheit kann geistiges Verständnis in verworrenen Situationen bringen oder auch in persönlichen Unklarheiten, an denen wir alle von Zeit zu Zeit leiden.   Klarheit bringen kann auch darin liegen, das Helle, Verständnisvolle und Erfreuliche in dieser Welt aufzuweisen – Stimmungen aufzuhellen. 

Wärme bringen ist dringend nötig in dieser oft trockenen, feindlichen, oder gar sehr betrüblichen Welt.  Ein alter Mann (in der Schweiz) hatte nur noch ein Ziel für sein Leben, jeden Tag zumindest einem Menschen einen solchen Moment von Licht oder Wärme zu vermitteln.  Einmal lag das nur darin, einen Vorbeigehenden auf einen besonders schönen und seltenen Schmetterling auf einer Blume aufmerksam zu machen.  Dieser oft trübselig umherlaufende Mensch strahlte auf. 

Oft kann man aber auch wirklich einem Anderen in einer schwierigen Situation oder in Einsamkeit ein klein wenig helfen.   

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5. Es gilt, etwas von der vielfältigen Not zu lindern und Lebenschancen fair für alle zu eröffnen.

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Die Not und Lebensbegrenzung so vieler Menschen ist ein Aufruf an alle, karitative Hilfe zu erbringen.

Die Not und Lebensbegrenzung so vieler Menschen ist bestimmt aber auch ein Aufruf zur Selbsthilfe.  Zu oft ist hier eine angewohnte oder kulturelle Lethargie das wesentliche Problem.

Vor allem wird die Not und Lebensbegrenzung so vieler Menschen von ungenügender oder schlechter Verwaltung oder Regierung verursacht.  Die Zahl der Länder, die von ungeeigneten Regierungen, nur auf Machterhalt ausgerichteten Tyrannen und ihren Stützgruppen oder von korrupten, sich selbst bereichernden Eliten geführt werden, ist groß.  Selbst die Form der Demokratie in unseren fortschrittlichsten Ländern mit dem Einfluss der Lobbyisten, Geldgeber oder Medien jeder Art ist verbesserungswürdig.  Bei diesem Thema der Verwaltung und Regierung hat die Menschheit und auch jeder Einzelne eine zukunftsbestimmende Aufgabe – die dringend zur Linderung so vieler Not und Lebensbegrenzungen von jedem angegangen werden müsste.   

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6.  Unser Leben gilt den drei verschiedenen Grundaufgaben oder Chancen:

·       Wachsen

·       Dienen

·       Kunst und Kultur

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Wachsen:  Jeder Organismus der Natur ist vor allem getrieben, sich voll zu entfalten.  Für uns Menschen ist das ein Wachsen im geistigen Forschen, im vielfältigen Lernen, im Erwerb neuer Fähigkeiten, in der Ausbildung unserer Persönlichkeit.

Dienen:  Das ethische, selbstlose Verhalten beginnt schon (selbst bei den Tieren) mit dem hingebungsvollen Aufziehen unserer Kinder.  Als „soziale“ Lebewesen, die in Gruppen leben, gilt aber auch die Verbindung zu anderen Mitgliedern unserer Gruppe und dem Gedeihen der Gemeinsamkeit.  Das bedeutet christliche Liebe, Ethik und Zuverlässigkeit – auch im Beruf und in der Politik.  Damit entstehen die „Werte“ unserer Kulturen.

Kunst und Kultur:  Das Empfinden für Schönheit ist ein besonderes Geschenk der Existenz für den Menschen:  Schönheit, Ansprechendes, selbst Eleganz finden wir im Erblicken guter Kunst und in der Natur – besonders aber auch in den Klängen, Rhythmen und Harmonien schöner Musik – etwa auch in wunderbaren Gerüchen und Parfümen.  Gilt das für manche selbst auf den Gebieten des Schmeckens und Fühlens?  Kunst sollte nicht in Effekthascherei oder in Groteskem entarten oder nur zur wirtschaftlichen oder politischen Werbung gebraucht werden.      

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7.  Nichts übertrifft die Wärme und Erfüllung, die aus der Liebe des Herzens und der Empathie kommt

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8.  Ethik gestattet vor allem den Aufbau effizienter Lebensgruppen, um in gegenseitigem Vertrauen und Hilfe das Leben zu meistern und größere Aufgaben zu erfüllen, die ein Einzelner nicht erfüllen könnte.  Ethisches Verhalten bringt Zusammenhalt und wird mit der Emotion von Sicherheit und Erfüllung belohnt.

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Ethik verlangt grundsätzlich selbstlose Hilfe und Zuverlässigkeit – im Zusammenleben des Alltags und auch in der Geschäftswelt und der Politik.

Das Zusammenleben in Gruppen führt als Phänomen der natürlichen Entwicklung zu sozialen Strukturen, die den Einzelnen stärkend und schützend, aber auch unterdrückend und ausbeutend sein können.

Damit stehen die rücksichtlosen, andere übervorteilenden oder gar betrügenden Geschäftsleute und die vielen Politiker und gar Tyrannen ihrer jeweiligen Nationen als die Übeltäter auf dem möglichen positiven Wege der Menschheit da. 

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9.  Zu viele Menschen brauchen Hilfe in großem Leiden – Hunger, mangelnde Unterkunft, fehlender ärztlicher Versorgung, Mangel an menschlicher Verbindung und in Einsamkeit.  Zu viele Menschen suchen und brauchen mehr Chancen und etwas Freiheit für ihre Lebensentwicklung, damit ihre Lebenserfüllung nicht verloren geht, denn auch sie haben ja nur ein Leben rasch alternd zu verbringen.  Können wir unser und ihr Schicksal beeinflussen?  Was können wir tun?  

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Karitative Hilfe von Allen, geförderte Selbsthilfe und verbesserte Verwaltung und Regierung (auch unter dem Einfluss der ganzen Welt) sind die schon vorher genannten Lösungswege. Sie sollten bei jedem Einzelnen und der Öffentlichkeit auf allen Ebenen mehr Beachtung finden. 

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10.  Auch wir kommen in Umstände oder Lebensphasen des Leidens oder der Einsamkeit.  Wer wird uns helfen?  Gute Freunde und ein Network können das manchmal tun.  Öfter müssen wir uns selbst bemühen, mit den Problemen fertig zu werden.  Dazu kommt, dass wir uns auch unsererseits – selbst bei oder gerade bei eigenem Leiden – um das Leiden und die Einsamkeit anderer Personen kümmern können.  Damit befreien wir uns von uns selbst und unserem Leiden.

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11.  Unsere Verfehlungen bringen uns Schuld.  Zu gerne hätten wir, dass andere uns unsere Schuld nicht zu sehr anrechnen und uns sogar verstehen.  Umgekehrt müssen wir die Belastung unserer Mitmenschen durch ihre Schuld zu mindern versuchen.  Besondere Bedenken bestehen gegen Verhalten in Stolz, Ehre, Rache und Vergeltung.  Verfehlungen sollten durch wohltätige Gesetze, vor allem durch Umerziehung, gegebenenfalls aber auch Bestrafung und Eingrenzung gelöst wenn nicht sogar durch christliche Liebe aufgelöst werden.

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12. Wie soll man Versuchungen begegnen?  Das Abschieben des Erscheinens einer Versuchung aufs Schicksal hilft wenig.  Es bleibt die eigene Verantwortung – auch zur Ausbildung und Betonung richtiger Gedankenwege.

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Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Gedankenfolgen dem Gewohnten und oder dem meist Betonten folgen – gegebenenfalls auch dem Negativen.  So gilt es, die Gedanken immer wieder auf das Gute und Richtige auszurichten.

Es bleibt aber auch, nicht andere Menschen einer Versuchung auszusetzen.

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13.  Selig sind (nach Christi Lehre):

·        Die Gewaltlosen, Sanftmütigen (modern: die in sich Bescheidenen)

·        Die Barmherzigen (modern: die großmütig Helfenden)

·        Die reinen Herzens sind (modern: deren Geist sauber ist)

·        Die Friedfertigen (modern: die Frieden und Verständnis schaffen)

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Diese Lehre wurde vor 2000 Jahren formuliert (Bergpredigt), sollte Europa und die ganze Welt formieren, hat das aber nur begrenzt geschafft – wohl aber Leitwerte für unsere Kultur erbracht und Einzelne zu außerordentlichem Verhalten geführt.

Was heißt „bescheiden“ zu sein (die „Geringen“ zu achten), “großmütig“ im Geben von Hilfe zu sein, einen „sauberen Geist“ in Betonung des Richtigen und Guten auszubilden und für Verständnis, Ausgleich und „Frieden“ zu wirken?

Jedes dieser Themen verlangt eine eigene Meditation!

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14.  Eine zusätzliche Aufgabe besteht für uns Menschen im verantwortungsvollen Umgang mit der Natur

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Schon die globale Erwärmung stellt uns vor sehr ernste Aufgaben.  Mit der Zunahme der Menschheit und dem Bedarf nach immer neuen Nutzflächen gilt es aber auch, Natur zu schützen und zu erhalten.  Mit den Unstabilitäten in der Natur gilt es auch, Bedrohungen zu wehren – auf bakterieller Ebene, auch in der Pflanzen- und in der Tierwelt.  Die Erde, die wir übernommen haben, ist uns Menschen als einzige Heimat im Kosmos anvertraut!

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Zum Schluss sollte unsere Meditation noch einmal versuchen, sich zur Geistigkeit des Universums, seiner Entstehung und seiner Funktion, zur „Struktur gebenden und geistigen Essenz der Existenz“ zu erheben – in größter Bewunderung und Ehrfurcht.

Mögen wir der in dieser Existenz uns ermöglichten Entfaltung gerecht werden.  Ein Blick in die Höhe und Tiefe des Kosmos und seiner Ordnung kann uns darin bestärken.  Ein Blick auf die vielfältige Not in dieser Welt kann uns antreiben.  Ein Blick auf das vielfach Erfreuliche und Schöne dieser Welt kann uns erfrischen. 

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„/Philosophy-Theology/7b-Meditationen-08-05-11“