Es wurde in einem vorherigen Abschnitt aufgewiesen, wie sich das religiöse Gesetz von einer Opfer- und Ritualordnung zu einer Stützung der Hierarchie, zu einer symbolischen Disziplinübung und schließlich zu einer Ordnung des menschlichen Zusammenlebens umgestaltete. Mit der Intellektualisierung des öffentlichen Lebens geht dann die gesellschaftsgestaltende Gesetzgebung auf die politischen Instanzen über, in Konvergenz oder Parallelität zur religiösen, auf „Gott“ begründeten Ordnung. Verbleibende Differenzen mit konservativen kirchlichen Gruppen können nur schwer ausgeräumt werden, da sich diese Gruppen auf die göttliche Grundlage ihrer Gesetz beziehen und somit nicht der demokratischen Entscheidungsfindung oder neueren Erkenntnissen unterordnen (siehe rechts-stehende Christen, Juden oder Muslims).
Gesetze konzentrieren sich im Allgemeinen auf die Vermeidung des „Bösen“
und Nutzlosen. Beides sind Phänomene,
die sich auch bei jeder Weltraumzivilisation finden müssen – wegen der
statistischen Verteilung des Verhaltens und der Schicksalsereignisse. Daher gilt es überall, das Böse abzuwehren
und das Nutzlose zu vermeiden. Warum
sollten sich Gesellschaften im Weltraum aber nur auf die Vermeidung von
Problemen konzentrieren und nicht auch auf die Optimierung von Chancen und
Entwicklungsmöglichkeiten? So
ginge es bei einem das „Böse“ einschränkenden Gesetz wohl um das Einschränken
und Bestrafen, bei einem das „Gute“ oder Chancen fördernden Gesetz müßte es
aber wohl um das Fördern und Belohnen gehen.
Unser auf Schutz ausgelegtes Gesetz auf
Erden tendiert zur Zeit zur Betonung von „Rechten“ der Individuen oder Gruppen
und Bestrafung von Verletzungen dieser Rechte.
Bei einer Ausrichtung der Gesellschaft auf Ziele müßten aber auch „Pflichten“
in das Gesetz eingehen, auch bei uns auf Erden, begleitet von Belohnungen für
erbrachte Beiträge. In der christlichen
Lehre ist das durch christliche Ethik und Paradieserwartung vorgesehen.
In der gesellschaftlichen Ordnung auf Erden, die dann zur Formulierung von
Gesetzen führt, gibt es dabei nun drei unterschiedliche Richtungen mit
unterschiedlichen Vor- und Nachteilen:
o
Bei Betonung
des größten Nutzens für die Gemeinschaft kommt es zur Aufopferung des
Einzelnen oder seiner Interessen. Nicht
nur die Spartaner, sondern auch autokratische oder diktatorische Systeme
unserer Zeit sind dafür Beispiele. Man
sollte beachten, daß eine Maximierung des Nutzens für möglichst viele
Individuen in der Gesellschaft auch die Berücksichtigung des Interesses
zukünftiger Generationen einbeziehen müßte. [1] Und
wie steht es mit den Rechten und Anspruch auf Nutzen nicht-menschlicher
Lebensarten?
o
Bei Betonung
des geringsten Risikos für die Schwächsten (siehe John Rawls Schriften)
kommt es zu einer egalitären Tendenz, wie in einer Demokratie. Dabei wird aber außer Acht gelassen, daß der
Mensch zwischen Risiken und Chancen – wie in der modernen Analyse von
Geschäftsentscheidungen – eher entsprechend einer Nutzen-Kurve
(„utility-graph“) urteilt. Die
Nutzen-Kurve hat aber auch einem positiven Arm, der der Beurteilung von Chancen
und Hoffnungen entspricht. Die Kurve
ist allerdings stark nicht-linear.
o
Bei Betonung
des Bedarfs, des Schutzes und der Rechte des Einzelnen, wie in einer
christlichen Ordnung und in modernen Demokratien zu finden, wird auch der
Behinderte, Alte oder Nutzlose geschützt und zu Lasten der Allgemeinheit
gefördert.
Wegen des Zusammenwirkens von sachlichen und emotional-psychologischen Gründen
scheint es keinen allgemein-gültigen, „wissenschaftlich“ begründbaren Vorzug
für die eine oder andere Richtung zu geben.
Es verbleiben immer kulturell- und emotionalbedingte Betonungen der
Fairness gegenüber dem reinen Nutzendenken – und die beobachtete nichtlineare
„Nutzenkurve“ beim Urteilen der Menschen.
So ist also nicht notwendigerweise anzunehmen, daß es in hochentwickelten
Weltraum-Zivilisationen nach einer genügenden Zeit ihrer Entwicklung kosmisch-einheitliche
oder „göttliche“ Moralgesetze oder „göttliche“ Gesetze für die Ordnung der
Gesellschaft gibt, sondern die aus dem Bedarf ihres individuellen Wesens und
ihrer individuellen Zivilisation als für sie optimal erkannten.
Wenn der Glaube an einen „weiterwirkenden“ und „persönlich anrufbaren“ Gott
fehlt, entfallen auch alle Opfergesetze, die nicht sozialen Charakter haben, sowie
alle Ritualgesetze, die nicht hygienisch begründet sind. Bestenfalls bleiben traditionelle
Gewohnheiten.
So wäre es von größtem Interesse herauszufinden, welche Richtung die
Gesetze entfernter Weltrumzivilisationen verfolgen, zumal wenn sie weiter
fortgeschritten wären, als wir hier auf Erden, und worauf sie die
Rechtfertigung oder Autorität ihrer Gesetze stützen.
Gibt es eine Konvergenz mit religiösem Denken?
Der traditionell-religiöse Mensch sieht die Verankerung unserer moralischen
Gesetze im Göttlichen dadurch, daß die Ideen für diese Gesetze „göttliche“
Eingebungen in den Geist erwählter Menschen waren, ob bei Moses, Christus,
Mohammed oder dem Gründer der Mormonen.
Dabei bleibt es aber eine Frage des persönlichen Glaubens zu unterscheiden,
welche Eingebungen „echt“ von Gott sind und welche nur von den
Religionsstiftern erdacht [2].
Das allgemeine Prinzip der Evolution zeigt, daß es im Leben darum geht, sich in zunehmender Eigeninitiative und Selbstverantwortung zu behaupten, sich anzupassen, zu wachsen und sich zu entfalten. Diese positiven und aufbauenden Aspekte entsprechen mehr dem Leben in der Welt, als die negativen Aspekte der Problemvermeidung und des sich Zurückziehens. Das heißt, daß eine Theologie, die die Sünde auf Erden und das Glück im Jenseits als zentrales Thema hat, nicht dem eigentlichen Wesen der Schöpfung und ihrer Evolution in dieser Welt entspricht. So müßte es auch bei einer religiösen Gesetzesordnungen nicht nur um Sündenvermeidung, Fehlerkorrekturen und Strafen, sondern besonders auch um Betonung der Entwicklungs- und Wirkungs-Möglichkeiten der jeweiligen Wesen gehen und damit nicht nur um Rechte, sondern auch um Verpflichtungen.
Die christliche Lehre hatte eine für ihre und auch noch unsere Zeit
besondere Wirkung. Im harten
Überlebensringen früherer Zeiten, überleitend zu Urbanisierung und Bildung von
Reichen, hatten die großen Herrscher und Kriegshelden, dann die reichen Händler
und Besitzer und immer schon die höchsten Priester besondere Bedeutung in der
menschlichen Gesellschaft gefunden. Dem
setzte Christus das Mitleid und die Seligpreisungen entgegen (die
Menschen anleitend, sanftmütig zu sein, barmherzig, reines Herzens, und
friedfertig). Diese Gedanken haben zu
der sozialen Gesetzgebung und internationalen Hilfe unserer Zeit
beigetragen. Werden andere
Weltraumzivilisationen eine entsprechende Bereicherung ihres Gesetzesdenkens
benötigen, um auch in unserem Sinne
kulturell höhere Gesellschaften zu werden? Würde darin ihr „Erlöst-Werden“ von der „Sünde“ stattfinden?
Bei hochentwickelten Weltraumzivilisationen kann man, wie gezeigt, nicht
erwarten, daß die grundsätzlichen Gesetze sich auf „göttliche Eingebung“
beziehen, sondern auf den aus der Evolution resultierenden Bedarf der
Individuen und ihrer Zivilisation. Im
Erkennen dieses natürlichen Bedarfes liegt aber ein Sich-Einfügen in die
eigengesetzliche Entwicklung der Schöpfung und damit ein transzendentales, wenn
nicht fundamental-religiöses Element, nämlich die Anerkennung und Ausführung
des Willens des Schöpfers, ausgedrückt in seiner Schöpfung. So sieht man hier wieder die Dualität und
das mögliche Zusammenlaufen von wissenschaftlichem (und möglicherweise
atheistischem) und religiösem Denken, von sozial oder politisch und von
religiös fundierten Gesetzen in einer modernen Gesellschaft.
Die Frage nach dem „Sinn“ der Existenz sollte man vielleicht aufgliedern in
die Fragen nach dem begründenden „warum?“ und nach dem zielgerichteten „wozu?“
und damit etwa nach einem „Plan“ der Schöpfung. Wesentlich ist aber, daß dazu noch die praktische Frage des „was tun?“
für unser Leben hinzukommt.
Das „warum?“ und „wozu?“ ist letztlich verdeckt durch die
Undurchdringlichkeit des Urknalls am Schöpfungsbeginn und der erwarteten Auflösung
der Struktur des materiellen Universums in ferner Zukunft in entweder
„Schwarzen Löchern“, einer Zerstrahlung im Weltraum oder einem allgemeinen
Zusammenbruch. So bleibt nur die eine Antwort,
daß alle Existenz letztlich lediglich „zur Freude“ des Schöpfers da ist, wie
ein zeitlich begrenztes und dann vergehendes Feuerwerk. So wie die unbelebte Phase der Existenz nichts
anderes war und ist wie ein Feuerwerk zur Freude des einen Beschauers, Gott, so
mag die ebenfalls ja mit ihren jeweiligen Sternen vergängliche Phase des
Lebens, immer unterschiedlich auf den verschiedenen Himmelskörpern verlaufend,
nichts anderes als eine Kaleidoskopfreude für den Schöpfer sein, ohne jeden
anderen Selbstzweck.
Die Fragen nach dem „was tun“ mit unserer Existenz bleibt aber noch offen
für jedes selbstverantwortliche Lebensphänomen zwischen Urknall und endlichem
Vergehen, für jedes individuelle Lebewesen eingegrenzt durch Geburt und Tod der
eigene Lebensspanne und für die Kulturen durch die letztlich auch kurz
begrenzte Zeit ihrer jeweiligen Blüte oder Bedeutung. Wenn wir den Schöpfer nicht befragen können nach dem „was tun“,
so bleiben nur zwei Alternativen als Antworten:
o
Alles
Existierende als lediglich von den Anfangsbedingungen her gegeben oder als
Ergebnis von Zufällen beim Spiel der Naturgesetze im Ablauf der Weltevolution
zu sehen. Daraus ergibt sich, aus der
Beobachtung der Schöpfung und des eigenen Wesens die größtmögliche Erfüllung
der eigenen Existenz innerhalb der Schöpfung abzuleiten und entsprechend zu
handeln.
o
Gerade in
dem unvorhersehbaren
Erscheinen der Lebensphänomene und des Menschen ein Wunder der Schöpfung zu
sehen und aus der Beobachtung dieser Dynamik der Existenz ein Verständnis des
Schöpfers, vielleicht auch unsere eigene Rolle in der Schöpfung abzuleiten. Die Probleme mit dieser Vorstellung wurden
in einem vorhergehenden Abschnitt bereits dargestellt. Daraus ergibt sich aber als eigene
Vorstellung, sich dieser Schöpfungsentwicklung
einzufügen und an der Weiterführung dieser Entwicklung mitzuwirken.
Damit sind die beiden Alternativen, die atheistische und die gläubige,
nicht sehr unterschiedlich.
Die Interpretation des dynamischen Charakters
der Schöpfung:
Hier noch einige Gedanken, das „wozu“ aus einer Interpretation der Schöpfung,
etwa aus dem bisherigen Verlauf der Entwicklung des Universums, ablesen zu wollen.
Wenn man den Weltraum betrachtet, ist es immer wieder erstaunlich, wie viel
davon materielle Leere [3]
ist und wie wenig konzentrierte Materie sich da nur in winzigen Punkten weit
verstreut im Kosmos vorfindet. Selbst
von der vorhandenen konzentrierten
Materie eignet sich nur ein unendlich kleiner Teil, auf wenigen, winzigen
Planeten einiger verstreuter Sterne, für die Entstehung von Leben und dessen
Erhalt für nur eine begrenzte Zeit, vielleicht nicht einmal lang genug, um
Zivilisationen entstehen zu lassen.
So kann man nicht sagen, daß das Leben
oder der Mensch der Zweck und das Ziel oder der Plan der Ur-Schöpfung
waren. Sonst gäbe es viel mehr
bewohnbare Plätze im Universum und wir müßten bald feststellen können, daß es
von bewohnten Planeten in anderen Sonnensystemen wimmelt (was diesem Aufsatz
mehr Dringlichkeit geben würde). Der
Mensch wäre dann auch ohne viele Unterbrechungen der Evolution durch
Auslöschungen viel früher entstanden.
Das Leben und der Mensch scheinen aber in ihrer ungewöhnlichen
Seltenheit und im übrigen Kosmos und hier auf Erden nur sehr fragilen
Haltbarkeit eher wie eine Überraschung der Schöpfung, die sich zufällig aus den
physikalischen und chemischen Gegebenheiten auf unserem kleinen Planeten und
vielleicht auch irgendwo sonst im Weltraum und im Laufe der Zeit und nach der
Art und im Maß der dort steigenden Komplexität des materiellen Aufbaus als
möglich erwies und dann auch so entstand.
Es sind also die zufälligen Randbedingungen, nicht irgendwelche Ziele,
die in einer immer feiner werdenden Verästelung von Gegebenheiten die Evolution
ermöglichen.
So erstaunlich, wie die Geringfügigkeit und weite Verstreutheit der
materiellen Konzentration in Form von Sternen und Planeten in der Weite des
Weltraums, ebenso erstaunlich ist, wie der ganze Weltraum überall von Strahlung
erfüllt ist. Alles strahlt aus
allen Richtungen oder reflektiert Strahlung.
Durch die Strahlungen und chemische Vorgänge bilden sich mancherlei
organische, pre-biotische Bausteine.
Das ergibt sich daher, weil der materielle Aufbau der Schöpfung im Laufe
der Zeit nach dem kombinatorischen Prinzip verläuft (siehe eine vorausgehende Fußnote),
wonach kleinere Substanzteile sich zusammenfügen, um völlig neuartige, größere
Teile zu bilden mit ihren dann jeweils eigenen Eigenschaften in neuen
Dimensionen der Existenz. Dieses
Grundprinzip der Natur erstreckt sich von der materiellen zu der biologischen
und schließlich mentalen Evolution der Menschen und ihrer Zivilisationen. Danach entstehen aus sub-atomaren
Materieteilchen die atomaren Kernteilchen – Protonen, Neutronen und
Elektronen. Durch Kombinationen dieser
Kernteile entstehen innerhalb der Sterne alle möglichen Atome, die die uns
bekannten Substanzen ergeben – die chemischen Elemente. Durch Kombination der verschiedenen Atome
entstehen Moleküle, die die verschiedensten Materialien ergeben, einschließlich
der biologisch-organischen, auch das DNA der Gene und die Proteine. Die biochemischen Moleküle können
schließlich auf dem Wege über Zellen die kompliziertesten Organismen bilden
–selbst uns Menschen, die des Denkens fähig sind. Aus Gedanken bilden sich
Systeme des Wissens, der Philosophie und auch der Religion.
Nach der Entstehung des ersten, primitiven Lebens auf Erden vergingen weitere mehr als ca. 2.5 Milliarden Jahre (also immerhin fast 20 % der Weltraumexistenz und über 50% des Erdalters), ehe sich komplexere Lebensformen bildeten. Wenn man dann die biologische Evolution durch die folgenden ca. 600 Millionen Jahre Darwinscher Evolution ansieht, ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Entwicklungswege sich bildeten und wie viele wieder ausgelöscht wurden. Die Auslöschung der Dinosaurier ist wohl die bekannteste, aber zahlreiche Auslöschungen gleichen oder prozentual größeren Ausmaßes fanden laufend vorher schon statt. Von den überlebenden, zahlreichen Arten des Lebens erreichten die meisten keinerlei eigenes Bewußtsein oder Denken.
Nun sieht es so aus, als ob mit dem modernen Menschen die biologische Evolution zum Stillstand gekommen sei – durch Wissenschaft, Technik, Züchtung von einigen Pflanzen- und Tierarten, sowie Unterdrückung von anderen, durch politische Denken, das zu ausgleichenden Menschenrechten führte, und durch die stark verminderte Fortpflanzungsrate der menschlichen Elite. Aber der Mensch, der ja selbst ein Ausdruck der Schöpfung ist, setzt nun die Evolution mit der Genmanipulation fort, also als Schöpfungsausdruck nur mit anderen Mitteln. Zudem genügt ja nur eine weitere von den vielen biologischen Auslöschungskatastrophen der Erdgeschichte, um den Menschen wegzuräumen und die natürliche Evolution, dann vielleicht auf Grundlage einer ganz anderen Gattung, fortzusetzen (und den Mensch nur als vorübergehende Seitenentwicklung aufzuweisen, wie einst die Dinosaurier).
Das „anthropische Prinzip“ postuliert, daß
die Evolution letztlich so ausgerichtet war, daß das menschliche Leben hier auf
Erden ermöglicht wurde. Das könnte von
jedem früheren Wesen auf Erden auch behauptet worden sein, bis es durch eine
der großen Auslöschungen wieder weggewischt wurde. Und was wird gesagt, wenn einmal der Mensch durch eine zukünftige
Auslöschung wieder verschwinden muss? Es
ist nicht einzusehen, warum diese „anthropischen“ Überlegungen nicht von
anderen hochentwickelten Zivilisationen im Weltraum ebenso als auf sich bezogen
gesehen werden könnten. Das
in die Zukunft geöffnete „kombinatorische Prinzip“ der Evolution scheint eine
bessere Beschreibung dessen zu sein, was im Universum geschieht, als das auf
ein Ziel ausgerichtete „anthropische
Prinzip“.
So kann man nicht sagen, daß der Mensch
oder andere hochentwickelte Wesen im Weltraum mit ihrem Bewußtsein, ihrer
Denkfähigkeit und vielleicht ja nicht nur bei uns auf Erden leitenden,
empfindungsmäßigen Werten der Zweck und das angestrebte Ziel oder der Plan
einer biologischen Schöpfung sind.
Sonst wäre diese Entwicklung früher, vielleicht auch in anderen
Entwicklungszweigen entstanden und nicht von Auslöschungen ständig bedroht. Die hochentwickelten Wesen scheinen eher wie
eine „Überraschung“ der sich biologisch entfaltenden Schöpfung, die sich aus
der statistisch verteilten, kombinatorischen Weiterentwicklung des
Fortpflanzungsmaterials und der damit fortschreitenden physiologischen
Komplexität der Lebewesen als möglich erwies und dann irgendwann zumindest einmal
und zumindest vorübergehend in geeigneter Umgebung auch so in der Realität
entstand.
Für den Menschen ergibt sich aber in der Schöpfung, daß er
in gewissem Maße nicht nur Anfangs- und Randbedingungen setzen oder verändern,
sondern auch selbst handeln kann.
So ergibt sich als
möglicher „Sinn“ der Existenz für den Menschen, nicht nur „zur Freude des
Schöpfers“ zu existieren. Er kann dank
seines Bewußtseins wie bei dem kaleidoskopischen Feuerwerk zuschauen.
Besonders kann er aber auch selbst am dynamischen Gang
dieser Evolution zu höherer Komplexität, höheren Fähigkeiten, höheren Werten
und der Schaffung von Schönheit aktiv und mit Freude teilnehmen – zumindest während der kurzen Zeit der Existenz, die
ihm zugemessen ist.
So werden der Mensch und alle anderen bewußten und selbstverantwortlich
handelnden Lebewesen im Weltraum Mitbeobachter und Mithandelnde – vielleicht
die einzigen – an diesem kosmischen Drama, ihre eigenen Leitwerte
einbringend. Damit geben sie ihrer Existenz
ihren eigenen Sinn.
Während man so keinen Sinn oder Zweck in der Schöpfung als Ganzes sehen mag
außer der Freude Gottes, so muss man aber bestimmt einen Sinn oder
Zweck in der Erfüllung unseres eigenen Lebens sehen – zumal wenn man
die Kürze der Zeit betrachtet, die unseren individuellen Leben zugemessen ist.
Das führt zurück zu der jedem intelligenten und bewußten Leben dann einen spezifischen
Sinn gebenden Frage „was tun?“.
In jeder Evolution gilt im einfachsten Sinne das „Überleben, Gedeihen,
Sich-Vermehren“. Darüber hinaus gilt
aber für uns Menschen mit unserer vielfältigen Begabung und komplexen Wesensart
die Matrix:
|
|
Auf das „Ego“ des Individuums bezogen |
Auf Andere, die Gemeinschaft und Umwelt bezogen |
Auf das ästhetische, kulturelle Empfinden bezogen |
|
Die Ebene der menschlich-geistigen Elite und derjenigen, die der Not enthobenen sind |
Wachsen: Persönliche Entfaltung, wachsen, erforschen, vielfältiges suchen nach Wissen und tieferer Erkenntnis, lernen und Sich betätigen |
Dienen: Unterstützendes und karitatives Helfen für andere Individuen und beitragendes Dienen an der Gemeinschaft und Umwelt |
Kultur: Teilnahme an der Kultur und Kunst, Freude an dem Schönen der Welt (auch Humor). |
|
Die Ebene des Durchschnitts-Lebens |
Erreichen von Sicherheit, Besitz, Einfluß und Ruhe |
Anerkannt werden, herrschen, den eigenen Clan fördern, zufrieden sein |
Unterhaltung, Dekoration, Mode, Ritual, Genuß |
|
Die Ebene des einfachen Lebens |
Überleben, biologische Bedürfniserfüllung, Vermehrung, Ruhe |
Fürsorge für die Nächsten, Kontakt mit anderen Menschen |
Freude an Klang, Muster und Farbe |
Die drei Spalten unterscheiden sich in Betonung auf Vernunft, emotionale Werte und Lebensfreude.
Damit sind unsere höchsten Ziele:
o das persönliche, geistig-emotionale Wachsen und Sich-Entfalten,
o das beitragende Dienen am Mitmenschen, der Gemeinschaft und Umwelt,
o die empfindungsmäßige Bereicherung des Lebens in Kultur, Kunst, Freude (und Humor).
Diese hohen Ziele sind abgestützt auf die genügende Erfüllung der unteren,
vor allem der untersten Ebenen des Seins. Es ist auch eine Tatsache, daß auf oberer Ebene die persönliche
Entfaltung und das Tun guter Werke erleichtert oder erhöht wird, wenn man auf
der mittleren Ebene mehr Geld und Macht erworben hat. Das Land Amerika, die Rockefellers und jetzt Bill Gates haben
mehr Gutes getan dank Ihres Reichtums, als sie hätten tun können, wenn sie
unbedeutend geblieben wären. Ich selber
bedaure manchmal und kritisiere vielleicht mich selbst, nicht mehr Geld
verdient und eine größere Position erreicht zu haben (etwa in der Politik,
selbst auf lokaler Ebene), um dann mehr Menschen geholfen haben zu können.
Umgekehrt ist besonders zu bemerken, daß die höheren Ziele dadurch leichter
verfolgt werden können, wenn man auf den unteren Ebenen die Erwartungen und den
eigenen Bedarf reduziert, sich von deren „Versuchungen“ frei hält.
Dieses Reduzieren der Erwartungen in den unteren Ebenen zur besseren
Konzentration auf die höchste Ebene wurde schon von Christus gelehrt. Der nach Reichtum Trachtende wird kaum mit
den selig Gepriesenen ins Paradies eingehen.
Auch Walther von der Vogelweide (1170 – 1230 A.D.) sang davon in seinem
wunderbaren Lied vor nun schon 800 Jahren.
Noch heute gilt das für jeden von uns.
Dabei bekommt die persönliche Entfaltung erst durch den beitragenden Dienst
an Andere, an die Gemeinschaft und an die Umwelt ihre moralische
Rechtfertigung. Andererseits bekommt aber
dieser Dienst seine höhere Qualifikation und Wirksamkeit dank einer
persönlichen Entfaltung. Die Freude an
allem Schönen in der Welt ist dabei ein Geschenk der Schöpfung an den Menschen.
Wenn auch die oberste Ebene der Matrix die in einer Evolution führende und die mittlere Eben die eine Evolution antreibende ist, so ist doch zu bemerken, daß die unterste Ebene der Matrix die auf Erden realste ist. Noch immer ringen sehr viele Menschen auf Erden – wenn nicht sogar die Mehrheit derselben – nur um das Überleben und die Erfüllung der geringsten Bedürfnisse. Nach Darwinschen Überlegungen muß das auch so bleiben, da auch der Mensch, wie jede andere Lebensgattung, sich derart vermehrt, daß jede Existenznische bis zur Grenze der Überlebensmöglichkeit (und darüber hinaus) ausgefüllt wird, ob in der Wildnis, in den Slums der Großstädte oder den einzelnen Berufssparten. Jede Änderung der Umwelt oder der wirtschaftlichen Gegebenheiten verletzt dann zuerst die vielen marginalen Individuen ohne Reserven und Flexibilität.
Aber auch der Mensch auf der niedrigsten Stufe kennt sehr wohl die
Nächstenliebe im engen Familienkreis, die Freundschaft und die Freude am
Schönen und nimmt daraus seinen Lebenssinn.
Es ist interessant (und vielleicht bedauerlich), daß dann beim
Aufsteigen zunächst die Ebene des Besitz- und Machtanhäufens und der simplen
Unterhaltung folgt.
Die Ungleichmäßigkeit des Schicksals führt dazu, daß vielen Menschen ihre Existenz als wertlos und sinnlos erscheint. Reduzierung der Lebenserwartungen oder Änderung der Erwartungen können ihrem Leben neuen Sinn ermöglichen. Oft kommen wohl auch noch Wendungen zum Besseren, aber oft bleibt nur der helfende Eingriff anderer Menschen, um neuen Lebenssinn zu finden.
Hier noch ein Kommentar zum Maß des Engagements in Verfolgung hoher Ideale:
Die Möglichkeit eines „zu viel“ ist beim „Dienen“ in karitativer und sozialer Hilfe bekannt. Dieses „zu viel“ kann zu einer Schwächung des Hilfe-Empfangenden durch Gewöhnung führen (Krückeneffekt) oder es kann dessen Entwicklung von eigener Kraft zur Selbsthilfe schwächen. Ein „zu viel“ des Dienens kann aber auch den Hilfegebenden verschleißen.
Ein solches „zu viel“ kann es bei den in der Matrix genannten hohen Idealen auch bei der Verfolgung des eigenen „Wachsens“ geben. Das Hinausreichen zu immer neuen, fernen Wissens- und Erfahrungsgebieten kann den Menschen zu weit von seiner menschlichen Wurzel in dieser Welt entfernen, so daß letztlich nicht nur seine Menschlichkeit, sondern auch ein gewisses geistiges Gleichgewicht leidet. Das kann geschehen, wenn man zu tief in die Wissenschaften einsteigt oder in die Philosophie oder auch die Theologie. Aber ein stagnieren in der jugendlichen Entwicklung, ein später sich zufrieden Geben mit stets den gleichen Stammtischunterhaltungen oder endlosen Runden von Golf und ein Ruhestand vor dem Fernsehempfänger ist bestimmt nicht die Erfüllung des menschlichen Lebens.
Wahrscheinlich kann man auch ein „zu viel“ über die Hingabe an „kulturelle“
Freuden sagen.
In unserer westlichen Zivilisation wird auch immer die Möglichkeit eines
„zu viel“ der ethischen und technologischen Weiterentwicklung diskutiert – ein
Verlorengehen der Familienwerte, das Verlorengehen der mütterlichen Fürsorge in
der Familie durch die Bindung der Frauen an interessante Berufe und die
Bedrohung alles „menschlichen“ Lebens durch zu viel Technologie. Sollten wir nicht innehalten und uns dessen
erfreuen, was wir haben? Diese Frage
wurde schon von vielen vor uns erörtert, die sich mitten im „Fortschritt“ ihrer
Zeit fanden. Dennoch werden wenige von
uns wieder in den unteren Klassen vergangener Zeiten leben wollen. Zu viel Elend auf Erden (und unseren
Innenstädten) verlangt weiter nach Fortschritt. So geht es auch hier wieder um das richtige Maß und die richtige
Richtung des Fortschritts – und um das der Konkurrenz-Voraus-Sein in dem nie
endenden Lauf der Evolution. Die
Erfolge und die Versager im individuellen Leben und der Verlauf alter Familien
oder historischer Zivilisationen und das Schicksal ihrer Menschen lehren uns
etwas.
Was soll man im Weltraum erwarten?
Das Erreichen einer hohen Zivilisation verlangt auf Nutzen ausgerichteten Fortschritt
und die Koordination der Individuen einer Gemeinschaft. So können zumindest die untersten zwei
Ebenen der ersten zwei Spalten der Matrix auch bei anderen Weltrumzivilisationen
erwartet werden. Dieses wird desto mehr
der Fall Sein, wie durch Evolution die Eigeninitiative und die Selbstverantwortlichkeit
vorhanden ist oder zunimmt.
Die oberste Ebene und die dritte Spalte setzt aber wieder das Vorhandensein
und die Betonung von Empfindungen voraus, die wohl
unserem menschlichen Leben Werte geben, aber nicht bei allen kosmischen
Zivilisationen überall im Weltraum erwartet werden können. Manchen mag auch die Entwicklung einer
christlich-sozialen Ethik fehlen.
Verschiedene Kulturen im Lauf der Geschichte und an verschiedenen
Plätzen zeigen diesen Mangel trotz ihres Erfolges auch schon hier auf Erden.
Können die Anhänger östlicher Religionen erklären, warum das umgehende
Verlassen der Existenz und Eingehen in ein Nirwana das höchste Ziel aller
intelligenten Wesen überall im Weltraum sein sollte und wenn nicht, warum dann
hier auf Erden?
Die Frage der universalen Gültigkeit spezieller Glaubensinhalte
Unsere religiösen Leitgedanken: Glauben an Gott und Nächstenliebe:
Nach obiger Darstellung kann bei anderen Zivilisationen im Weltraum die grundsätzliche Sicht der Existenz in Begründung auf eine transzendentale Kraft auch erwartet werden. Diese Annahme einer transzendentalen schöpferischen Kraft kann sogar ein absolut rationaler Schluss selbst unter Wissenschaftlern [4] hier auf Erden sein (je nach Bedeutung des Begriffes „transzendental“). Dieselbe Annahme kann aber von religiösen Menschen auf Erden als „Glaube an Gott“ bezeichnet werden (bei denen die Bedeutung von „transzendental“ oft immer noch recht vermenschlicht ist).
Die Unterschiede treten hervor, wenn man die speziellen Vorstellungen von
dieser ur-schöpferischen Kraft „X“, von Gott, betrachtet. Im traditionell-christlichen Glauben ist
diese Vorstellung vermenschlicht und in emotionaler Sicht einem liebenden,
weiterwirkenden, persönlich ansprechbaren Vater gleichgesetzt. Beobachtung zeigt aber die Darwin’schen
Kräfte in der biologischen Evolution als ohne jegliches Mitleid, Gerechtigkeit
oder Fairness wirkend. Sie wirken auch
noch stark in die menschliche Existenzphase hinein, wie all die Kriege der
Geschichte und die täglichen Beobachtungen des Schicksals zeigen. So erscheint die Vorstellung Gottes als eines
stets „liebenden Vaters“ als nicht haltbar. Die Annahme eines Weiterwirkens Gottes kann, wie weiter oben im
Einzelnen dargestellt, auch nicht vertreten werden. Schließlich muß man auch die gewaltsamen Zerstörungen in der
Natur, die willkürlichen Auslöschungen und die schließlich zu erwartende,
totale Auflösung aller Strukturen im Kosmos berücksichtigen.
Dazu kommt, daß – von der Beobachtung des großartigen Weltraums mit seinen
vielfältigen Phänomenen ausgehend – die Vorstellung Gottes viel gewaltiger und
abstrakt-unfassbarer sein muß, vielleicht auch viel-dimensionaler, als
uns Menschen verständlich (siehe oben) und
als in menschlichen Bildern darstellbar. So kann man also von einer sehr hochentwickelten
Weltraumzivilisation auch nur eine derart sehr abstrakt-unfaßbare Vorstellung der
Urkraft oder Glaube an „Gotte“ erwarten.
Der „Glaube an Gott“ ist so nur Schöpfungs-erklärend. Der glaube an einen „nur“ schöpfenden Gott
hat aber keine Aussage, die als Leitgedanke des Verhaltens gelten kann, außer
wenn man von der Beobachtung der Schöpfung ausgeht und davon eine sinngebende
und anleitende Rolle für die eigene Zivilisation und das eigene Leben ableitet,
wie oben dargestellt.
Und wie wird es dann mit der Nächstenliebe bei anderen Zivilisationen im
Weltraum stehen? Das Entstehen von
Zivilisationen und deren technische Leistungen setzt die Kooperation der
Individuen mit anderen Individuen und die Kohärenz der Gemeinschaft
voraus. So sollte man auch dort die bei
uns menschlich-emotional als „Nächstenliebe“ bezeichnete Zuwendung zu einander
erwarten können. Nur mag bei den nicht
mit Emotionen begabten Weltraumzivilisationen die menschlich-emotionale
Komponente der „Liebe“ fehlen und lediglich eine evolutionär ausgewählte,
genetisch vorgegebene Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft vorliegen, wie
bei Bienen und Ameisen.
Dabei muß wieder darauf hingewiesen werden, daß die Nächstenliebe sehr wohl
ihre Grenzen finden kann, wenn man den Nutzen für die Gemeinschaft betont, wie
schon vorher im Zusammenhang mit den Problemen eines übertriebenen Sozialismus
diskutiert.
Wie steht es aber, wenn in einer
Zivilisation auf einem Planeten im Weltraum wohl die „Nächstenliebe“ als
einziger oder wichtigster Leitgedanke gilt, aber daraus nur eine Konzentration
auf den Nutzen und das Wohlempfinden der dort gerade vorherrschenden Gattung entsteht,
das heißt bei uns auf Erden nur für die Menschen? Evolution verlangt, daß Vermehrung soviel Individuen
hervorbringt, daß deren Bedarf die zur Verfügung stehenden Ressourcen
überschreitet. Dadurch wird immer
„marginale“ Not bestehen. Diese Not
bringt die beherrschende Gattung zur Veranlassung, jede andere Gattung entweder
als Nahrungsmittel, als Baumaterial oder als Verzierung auszubeuten. Ist eine derartige „Nächstenliebe“ nur für
die Wesen der eigenen Art wirklich alles, was als Leitgedanke für alle
führenden Gattungen in der Gesamtschöpfung des Weltraums übrig bleibt?
Bei noch engerer Gestaltung dieses Gedankens wäre das ein Gebot der
Nächstenliebe nur für Menschen der eigenen ethnischen Gruppe oder Rasse – mit
entsprechend bösen Konsequenzen, wie laufend zu beobachten.
Was kann über die Nächstenliebe hinaus gelten? Wie wäre es mit Leitgedanken, die der Außergewöhnlichkeit und den
besonderen Möglichkeiten der Hochzivilisationen im evolutionären Ablauf der
Schöpfung entsprechen? Hierzu
könnte gehören:
o
Entfaltung der Zivilisationen und ihrer Leitwerte nach ihren besten und
besonderen Fähigkeiten
o
Entfaltung aller Individuen in jenen Zivilisationen nach ihren
individuell besten und besonderen Fähigkeiten und Leitwerten
o
Schutz und Hilfe für Lebewesen, die nicht zur eigenen Gattung gehören (etwa
auch der grausamen Raubtiere, Mücken und Parasiten?? Wer entscheidet in Grauzonen der Bewertung?)
o
Gestaltung (oder Erhaltung) des zugänglichen Lebensraumes
Daraus ergeben sich grundsätzliche Rechte, aber vor
allem auch Verpflichtungen für Individuen und die Gemeinschaft.
Hier läge ein sich nicht nur Einfügen in die Existenz, sondern Mitwirken
an den großartigen Möglichkeiten der sich weiter entfaltenden Schöpfung und
damit auch Sinn finden für die eigene Existenz.
Vielleicht sind ja die bewußten, denkenden und
empfindenden Individuen der hochentwickelten Weltraumzivilisationen die einzigen nach eigenen Vorstellungen
und eigenen Bewertungen „weiterwirkenden“ Kräfte in der Schöpfung!
Welche Möglichkeit und welche Verantwortung läge darin?!! Wie würde das ausdrücken, daß das
hochentwickelte und mit besonderen Möglichkeiten ausgestattete Wesen
Verantwortung für seine Sonderstellung in der Schöpfung übernimmt?!!
Man kann hoffen, daß derartige Leitgedanken bei anderen
Weltraumzivilisationen zu finden sind
- und vielleicht mehr?
Unsere Vorstellung von der Sündigkeit des
Menschen, der Erbsünde:
Der Begriff „Sünde“ im christlichen Denken schließt Vergehen in allen
Ausdrücken des Menschseins in „Gedanken, Worten und Werken“ und auch alle
Unterlassungen ein. Dabei bezieht sich
„Sünde“ auf das, was man Anderen antut oder an deren Unterstützung
unterläßt.
Dem Begriff der „Sünde“ steht der Begriff der „Schuld“ sehr nahe. In Anbetracht der Vielschichtigkeit unseres
Lebens und der mehrdimensionalen Widersprüche der Anforderungen (siehe weiter
oben aufgeführte Matrix) gibt es kein über alle Lebensjahre hin
christlich-moralisch perfektes, schuldfreies Individuum, zumal Kompromisse zwischen
Nächstenliebe und dem Wunsch zu eigener Entfaltung oder Teilnahme an
Kulturellem im christlichen Denken nicht gefunden werden können.
Gerade der Widerspruch zwischen Nächstenliebe und eigener Lebensentfaltung
oder der notwendigen Fürsorge für die eigene Familie oder Gruppe verhindert das
karitative Herunterteilen aller Mittel auf das Niveau der geringsten
Mitmenschen herab. Eine Lösung dieses Problems ist
auch in der christlichen Theologie nicht erreicht worden, obwohl doch
die natürliche Evolution und die Entwicklung der menschlichen Zivilisation
offensichtlich die persönliche Lebensentfaltung verlangen. Selbst die katholische Kirche gestattet den
Kirchenfürsten in Mitten allen Leidens der Welt einen sehr gehobenen Lebensstil
(gipfelnd im Vatikan). Die Kommunisten
gestatteten dasselbe ihren leitenden Kadern.
Die Voraussetzung für den Wohlstand und die Freiheit unserer modernen
Gesellschaft liegt im Anreiz für den Vorteil des wirkenden Individuums und
bringt damit die Ungleichheiten. Ist
das dann Sünde? Weil sich dieses
Problem aus der wohl durch die Evolution schöpfungsgewollten Natur des Menschen
ergibt, ist das dann Erbsünde?
Wie in einem vorherigen Abschnitt dargestellt, werden andere
Weltraumzivilisationen ihre individuellen Unzulänglichkeiten auch als in ihrer
„hardware“ und „software“ begründet sehen, wie bei uns auf Erden in den
neurophysiologischen, biochemischen oder psychologischen Variationen. Die „Freiheit des Willens“, einen dennoch
nach Werten orientierten Weg zu gehen, werden daher auch sie als eingeschränkt
sehen. Aber werden sie das als „Sünde“
sehen? Und wie wird es bei ihnen mit
dem Finden von Kompromissen zwischen widersprüchlichen Anforderungen vor sich
gehen?
Naturwissenschaftlich nicht begründet ist die Fixierung der Menschheit auf
Erden je nach ihrer speziellen Philosophie oder Religion auf jeweils ein
einziges Problem des Lebens – bei den Christen auf die moralische
Mangelhaftigkeit des Menschen, seine Sünde – bei den Buddhisten auf das Leid im
Leben, deswegen man lieber auf alles verzichtet. Das moderne, westliche Denken stellt dagegen die vielseitigen
Chancen des Menschen in den Vordergrund und die „unbegrenzten“ Möglichkeiten
jedes Individuums, sich in vielen Dimensionen zu entfalten. Auf jeden Fall wird in unserer modernen Welt
auf Erden nicht mehr Sünde, Schuld oder Leid – selbst nicht Mitleid – als das
Zentrale Thema der persönlichen Lebensführung gesehen.
Somit kann man bei anderen Weltraumzivilisationen den Begriff der Erbsünde
oder der grundsätzlichen Schuldigkeit jedes Individuums überhaupt nicht oder
zum Mindesten nicht in derartiger Formulierung als zentrales Thema der Existenz
erwarten.
Die
Hauptaufgabe des Lebens und damit
„Sinn“ des Lebens für den Menschen ist die Bewährung zwischen „Gut“ und „Böse“
im Sinne der christlichen Ethik.
Auch diese Sicht kann man, nach dem im vorherigen Abschnitt Gesagten, bei
anderen Weltraumzivilisationen in dieser Exklusivität der Betonung nicht
erwarten, genau so wenig, wie die Buddhistische Fixierung auf das Entkommen vom
Leid. Natürlich geht es (siehe Matrix
der Zielsetzungen weiter oben) für jedes Lebewesen um das Überleben, die
grundsätzlichen Bedürfnisse, die Vermehrung, die Fürsorge für die Nächsten und
den Kontakt mit Anderen. Darüber hinaus
verlangt aber die dynamische Sicht der Existenz in der Verflochtenheit aller
Phänomene eine Betonung der Entwicklung und der aktiven, verantwortlichen
Wirkung in der gesamten Umwelt, wie ebenfalls weiter oben dargestellt. Daß es dabei auch das Kriterium von
„akzeptabel“ oder „nicht akzeptabel“, von „richtig“ und „falsch“ und in diesem
Sinne auch „gut“ oder „schlecht“ gibt, muß überall angenommen werden.
In einer Konvergenz mit dem christlichen Glauben kann man hier auf die
Parabel von dem Wuchern mit dem gegebenen Pfund hinweisen (Math. 25, 14-30). Man muss aber auch sehen, daß die Bibel eine
Dynamik der Existenz nicht kannte.
Jüngstes
Gericht und Ewiges Leben:
In der christlichen Theologie (und auch im Islam) ist – neben dem Glauben
an Gott – der Kernbaustein eines kohärenten Glaubensgebäudes der Glaube an
ein Jüngstes Gericht und ein darauf folgendes, ausgleichendes Jenseits. Das verlangt die bewußte Weiterexistenz der
Seele oder einer anderen Grundsubstanz der Geistigkeit und Empfindsamkeit des
individuellen Seins.
Was ist nun aber das Bewusstsein oder die Seele des Menschen, die
weiterexistieren könnte? „Seele“ ist
ein schwer zu handhabender Begriff in der Wissenschaft. Frühere Psychologen fanden sich noch leicht
damit ab, aber Neuro-Physiologie und Kognitive Psychologie sehen
Schwierigkeiten mit diesem Begriff. Im
christlichen Glauben ist die Seele eine Essenz unserer Persönlichen Existenz,
mit allem, was unsere Persönlichkeit ausmacht, vielleicht auch mit unseren
geistigen Fähigkeiten, wie ein spiritueller Humunculus.
Physiologisch gesehen sieht das etwas anders aus. Wie in einer anderen Schrift dargestellt (siehe den Aufsatz
„Creative Thought“, H. Schwab, 1994), ist das „Bewußtsein“ des Menschen ein
virtuelles Phänomen, das sich lediglich aus der Erinnerung von vorangehenden
Wahrnehmungen und eigenen Gedanken sowie deren vielfältiger Aufrufbarkeit
(Adressierbarkeit) ergibt. [5] Mit anderen Worten, je besser und weiter
zurück reichender dieses Erinnerungsvermögen und je komplizierter die Verknüpfungen
und die Aufrufbarkeit vergangener Gedanken und Empfindungen ist, desto
ausgeprägter ist das empfundene individuelle Bewußtsein – das aber in geringerem
Maße schon bei mancherlei Tieren vorhanden ist.
Somit verlangt die Erhaltung des Bewußtseins einer etwa weiterexistierenden
Seele die Erhaltung von deren Gedächtnis.
Die Erhaltung von derartigen Fähigkeiten wie Gedächtnis oder Bewußtsein
ohne tragende Neuronenstruktur oder Energiezufuhr ist aber aus der Beobachtung
der Natur nicht ableitbar. Man braucht
nur zu beobachten, wie die Einengung des Blutkreislaufes oder neurologische
Veränderungen zu partiellem Verlieren von Persönlichkeit und eigenem Bewußtsein
führen.
Die etwa im Jenseits weiterexistierende Seele des Menschen muß, um eine
ausgleichende Gerechtigkeit wahrnehmen zu können, mit den Empfindungen von
Schuld oder Erlösung, mit daraus sich ergebendem Leid oder Freude, letztlich
damit auch mit dem Charakter oder der Persönlichkeit des verstorbenen
Individuums verbunden sein. Wie weiter
oben angedeutet und in einer anderen Schrift gezeigt (siehe „Personality“, H. Schwab,
2002), beruhen Empfindungen und „Persönlichkeit“ auf der Neurophysiologie des
mittleren Hirnes und der Körperchemie.
Änderungen in diesen Bereichen bringen entsprechende Persönlichkeitsänderungen.
Empfindungen und „Persönlichkeit“ unabhängig von Neurophysiologie und
Körperchemie sind aus der Beobachtung der Natur nicht Ableitbar. Unfälle, Erkrankungen, Hirnchirurgie oder
der Einfluß von Drogen bestätigen dieses ebenso, wie die Verbindung von neurologischen
oder biochemischen Phänomenen mit mentaler Alterung.
So kann der Begriff „Seele“, der sich als virtuelle Vorstellung aus
Empfinden, Denken und Erinnern, also aus Funktionen des Hirns ergibt, nicht
unabhängig von eben diesem Hirn gesehen werden, sondern nur als Ausdruck von
dessen Vorhandensein und Funktionieren.
(Auf praktischer Ebene: Man kann
nicht die Essenz eines Computers erhalten, unabhängig von der Erhaltung von
dessen spezieller Hardware, Speicherinhalt oder Stromversorgung)
Dazu kommen folgende Überlegungen für diejenigen, die an die Existenz von
„Seelen“ glauben:
Warum sollte die Schöpfung eine Sammlung sämtlicher „Seelen“ aller
intelligenten Wesen für alle Zeiten wünschen, entweder im Himmel oder in der
Hölle? Müsste das nicht die Seelen von
allen intelligenten Wesen von allen Zivilisationen im Universum
einschließen? Das könnt ja nicht nur
von unserer unbedeutenden Erde in der Milchstraße sein. Würde es auf Erden alle Seelen von allen,
die jemals lebten und noch leben werden, einschließen? Anfangend mit den ersten Hominiden, aber
nicht ihre Vorgänger oder Vettern im Stammbaum des Lebens? Die Menschen sind aus einer kontinuierlichen
Entwicklung der Lebewesen hervorgegangen.
Ab wann die Seelen dieser Lebewesen erhaltungswürdig wurden, ist nicht
zu sehen. [6]
Auf Erden müssen zumindest alle menschlichen Seelen eingeschlossen sein,
von den Ureinwohnern Australiens und chinesischen Fischern oder Höflingen zu
den Inkas, Polynesiern und Eskimos – und nicht nur westliche Menschen der
letzten 4,000 Jahre. Warum sollte Gott
alle diese Seelen auf Ewigkeit sammeln und einlagern wollen? Die Wesen ferner Weltraumzivilisationen
werden ebenfalls aus vielfachen Stadien ihrer unterschiedlichen Entwicklungen
hervorgegangen sein, ob mit oder ohne der Fähigkeit der Empfindungen und ob dann
mit oder ohne „Sünde“ oder „Schuld“. Es
mag auch bei ihnen Multikulturalismus geben.
Dann müssten aber auch von diesen alle Seelen erhalten werden.
Die Archivierung einer ständig
zunehmenden, sehr großen Anzahl der Seelen jeglicher Entwicklungshöhe und von
allen Weltraumzivilisationen in statischer Art auf unbestimmte Zeit – das heißt
also unabhängig von der Weiterexistenz ihrer Ursprungssterne oder Planeten, die
ja, wie alle Himmelskörper, früher oder später vergehen – entspricht in keiner
Wese dem Verständnis der Schöpfung, das man aus der Beobachtung seiner Dynamik,
aus dem Kommen immer neuer Strukturen, aber auch aus dem letztlich völligen
Vergehen aller Strukturen ableitet.
Die Limitierung der Zahl der im Universum vorhandenen Seelen durch deren
Wiederverwendung, wie von einigen Religionen angenommen, verlangt bei der
Zunahme aller Bevölkerungen die ständige Schaffung neuer Seelen. Das Wunder der Neuschaffung von Seelen
sollte aber als größer gesehen werden, als das des Vergehens derselben.
Somit kann ein Glaube an die Weiterexistenz der Seelen in alle Ewigkeit im
Jenseits bei anderen, sehr hochentwickelten Weltraumzivilisationen nicht
erwartet werden. Wenn man irgendein „am Leben
Erhalten“ und die Archivierung der Seelen aller höheren Lebewesen im Weltraum
nicht sieht, dann kann man auch ein „Jüngstes Gericht“ nicht erwarten.
In Konvergenz mit dem christlichen Glauben
gibt es noch eine interessante Überlegung:
Was ist „Zeit“? Ist „Zeit“ als
Dimension der Existenz erst durch die Urschöpfung entstanden? Kann die „Zeit“ durch den Tod wieder
aufgehoben werden, das heißt der Tod ein Übergang in eine Zeitlosigkeit
sein? Jeder, der einmal die Schwelle
des Sterbens überschritten hatte und die folgenden Lichtwahrnehmungen sah, hat
erfahren, daß dort eine unendliche Ruhe war, die die Zeit nicht kannte. Man kann sich dieses Erlöstwerden von der
Zeit, sollte man einmal sterben müssen, nur wünschen.
Führt ein „gut“ gelebtes Leben zur friedlichen Erlösung in die Ruhe und ein
„schlecht“ gelebtes nicht? Kann man in
großer Mitsorge für Andere und mit unerfüllten Aufgaben dennoch friedlich aus
dem Leben ausscheiden? Systematische
Untersuchungen sind dazu nicht bekannt und würden wieder zu einer „quantitativen
Theologie“ gehören. Was wird
man bei anderen Zivilisationen im Weltraum finden?
Zu bedenken ist ferner, daß wir alle irgendwelche Spuren in der Welt
hinterlassen. Unser Energiegehalt wird
an unsere Umwelt übertragen und teilweise ausgestrahlt. Durch die allen Weltraum durchquerende
Strahlung könnte unser Abbild rein theoretisch noch nach Jahrtausenden von
einem Superteleskop irgendwo im Weltraum wahrgenommen werden. Unser mentaler Gehalt kann auch an die
Umgebung übertragen werden. Ein
Gedanke, den wir einem anderen Menschen übermitteln, kann in diesem Menschen
und über ihn hinaus ständig weiterwirken.
Haben wir so eine Existenz über unser Leben hinaus, zumindest eine
Wirkung? Und verteilt sich nicht unser
materieller Gehalt im Laufe der Zeit auf neue Art in der Biosphäre der Erde und
letztlich bei der astrophysikalischen Endphase unserer Sonne – erst als „Roter
Riese“, dann als „Weißer Zwerg“ – über diese hinaus? Ist der Tod also nicht ein Sich-Auflösen sondern eine Rückkehr oder
Heimgehen in die Natur und das Universum – zu „Gott“?
Und wie steht es mit den spiritualistischen Phänomenen, von ESP bis
Futurologie, „Drittem Gesicht“ und der Erscheinung des spirituellen
„Abschied-Nehmens“ von in der Ferne Verstorbenen? Die ersten drei, wenn nicht auf Einbildung beruhend, haben nichts
mit der Weiterexistenz der Seelen zu tun.
Letzteres wohl auch nicht, da es eher ein gegenwärtiges ESP-Phänomen ist,
wie die Telepathie. Alles Andere kann
zu leicht als Einbildung gesehen werden.
In Summe kann man also nicht annehmen, daß andere Weltraumzivilisationen an
ein Weiterbestehen ihrer Seelen im „Jenseits“ glauben können und daher, wie
vorher gezeigt, auch nicht an ein „Jüngstes Gericht“. Wenn sie es dennoch tun, wäre die Begründung eines solchen
Glaubens wohl die wichtigste Information, die wir aus dem Weltraum erfahren
könnten.
Es gibt noch eine Betrachtung, die
fast zu einer Konvergenz mit der religiösen Vorstellung von der „Seele“ führt:
Woraus bestehen wir eigentlich? Wir sind ein materieller, lebender Körper
mit gewissen mentalen Fähigkeiten, die – unter anderem – unsere Persönlichkeit
ausdrücken. Es ist bekannt, daß die
Zellen unseres Körpers nur eine begrenzte Lebensdauer haben und dann von neuen
ersetzt werden – am leichtesten bei der Haut zu sehen. Es ist auch bekannt, daß der Stoffwechsel
innerhalb der Zellen die ständige Aufnahme neuen Materials verlangt und zur
Ausscheidung von Abfallmaterial führt.
Im Ganzen kann man ausrechnen, innerhalb welcher Zeit der größte Teil
des materiellen Inhalts unseres Körpers durch neues Material ersetzt wird. Wir sind dabei aber immer dieselbe
Person. Diese Betrachtung zeigt, daß
wir – unsere persönliche, individuelle Essenz – nicht die Ansammlung unseres
materiellen Inhalts sind – der kommt und vergeht – sondern die Form oder
Struktur, die dieser in uns annimmt – einschließlich der Formierung unseres
Hirnes und Gedächtnisinhalts. Mit
anderen Worten, die Essenz unserer individuellen Persönlichkeit ist etwas sehr
abstraktes – nur Form und Struktur – die sich ebenfalls im Laufe der Zeit
verändern. Darüber hinaus gilt die
Überlegung, die am Anfang dieses Aufsatzes dargestellt wurde, daß alles
Materielle – aus subatomaren Elementarteilchen zusammengesetzt, die man als
Energie-„Strings“ verstehen kann – nur eine Ansammlung von Feldeffekten ist –
was immer Felder sind – im Vakuum, im Nichts.
[7]
Erlösung ist
nur durch den Opfertod Christi möglich geworden, Gottes eingeborenen Sohnes,
einer Offenbarung der Trinität:
Hier liegt eine Verbindung mehrerer Glaubensvorstellungen vor – Erlösung,
Opfertod Christi, Christus als eingeborner Sohn Gottes und die Trinität.
Erlösung:
Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch einen „Lichtbringer“, besseren
Fürsten oder Messias gibt es mehrfach in den Kulturen der Welt. Dieses ergibt sich wohl aus der Verbindung
eines elenden Zustandes in der Gegenwart mit der Erfahrung, daß irgendwann
einmal ein großer Anführer wesentliche Verbesserung brachte. Im christlichen Glauben bezieht sich die
Erlösung speziell auf die Befreiung von der Schuld vor Gottes Urteil anläßlich
des Jüngsten Gerichtes (verursacht durch die Erbsünde und allgemeine Sündigkeit
der Menschen), denn alle Menschen sind verloren (da sündig), wenn nicht
„erlöst“.
Wie oben gezeigt, ist die Vorstellung der „Erlösung“ aus kosmischer Sicht
nicht nachvollziehbar. Es bleibt aber die
Hoffnung jedes Menschen auf ein in persönlicher Entwicklung, Dienst am Nächsten
und der Gesellschaft und Freude an Gottes Schöpfung erfülltes Leben – und die
Hoffnung auf einen friedlichen Tod. Was
vor allem bleibt, ist die Verantwortung für das eigene Vollbringen im Rahmen
der Möglichkeiten – oder die Annahme des eigenen Schicksals.
Opfertod Christi:
Im christlichen Glauben ist der Opfertod Christi am Kreuz das Grundelement
der Erlösung. Dieser fand ungefähr
15,000 Jahre nach dem Erscheinen der Chromagnon Rasse der Menschheit statt,
4,000 Jahre nach dem Erscheinen ausgebildeter Kulturen und erst 500 bis 700
Jahre nachdem diese Kulturen die Reife des Denkens erreicht hatten, um verfeinerte
philosophische oder religiöse Auffassungen der Existenz zu entwickeln, von den
chinesischen Philosophien bis zu Buddha, Zarathustra oder frühen westlichen
Denkern.
Die Notwendigkeit des Opfertodes Christi (oder zumindest diese besondere Interpretation
des Kreuzestodes Christi) ist entstanden aus einer juristisch starren Sicht vom
Gesetz Gottes und dessen Konsequenzen beim Jüngsten Gericht. Diese Vorstellung schließt offensichtlich
jede Begnadigung durch Gott oder Freiheit Gottes im Urteilsspruch aus. Gott wird also nicht als „liebender Vater“
gesehen, was im Widerspruch zu Christi eigener Lehre von Liebe und Vergeben
steht. Statt dessen gestattet diese
Vorstellung vom Opfertod Christi aber die Substitution der notwendigen
individuellen Strafe durch das Leid eines Anderen, in diesem Falle Christi, des
Gottes-Sohnes selber – durch die Trinitätsvorstellung also Gottes selber.
Dieses Verständnis des Todes Christi ist aus obiger Sicht nicht
haltbar. Es gibt eine andere Art, die
Bibel zu verstehen. Christus musste die
Auseinandersetzung mit der starren Hierarchie einer Religion, die er im
Wesentlichen für richtig, aber in ihrer Interpretation für irregeleitet hielt,
auf sich nehmen. Christus hat die
Auseinandersetzung mit der Obrigkeit in Jerusalem und damit seinen Tot auf sich
genommen, um damit seiner Lehre und seinen Nachfolgern Kraft zu geben. Dadurch wurden wir alle von der Enge
altjüdischer Gesetzesbefolgung, der antiken Heldenverehrung und dem
einsetzenden mittelständischen Drängen nach Geld und Macht befreit. Darin war Christi Tot ein „Opfertod“, der
uns „erlöste“ (siehe die Kurzgeschichte „Jesus von Nazareth“ von H. Schwab).
Diese Interpretation befreit uns von einem Verständnis Gottes als seines
absolut juristisch-inflexiblen Herrschers der Existenz. Gott erscheint nicht im Kosmos als ein
Buchhalter der Sünde. Gott brauchte
nicht das Opfer Christi, um uns unsere Sünden zu vergeben. Wir brauchten einen Anführer von der Stärke
und Opferbereitschaft Christi, um unseren Glauben an höhere Werte aufzubauen
und einen menschlich wertvolleren Weg zu gehen.
Wenn man nicht an Gottes Eingreifen in weltliche Ereignisse glaubt, dann
würde Christi Opfertod nicht als vorherbestimmt erscheinen. Was wäre, wenn der Plan der Priester von
Jerusalem, Christus zu töten, nicht erfolgreich gewesen wäre – wenn Christus
einfach davon gegangen, entkommen oder von Pilatus als unschuldig erklärt
worden wäre? Wäre dadurch Christi
Mission für unser Leben und unsere heutige Gesellschaft weniger wichtig geworden? Wahrscheinlich nicht. Buddha Und Mohamed lebten bis zu einem hohen
Alter und konnten dadurch detaillierte Philosophien oder Religionen
entwickeln. Christi Morallehre und
seine Sicht eines Jüngsten Gerichtes und eines Lebens nach dem Tode könnten
dennoch bestanden haben und für die Nachwelt bedeutend geworden sein, auch ohne
seinen Opfertod.
„Sohn Gottes“ :
Daß Götter auf Erden erschienen sind oder Kinder von irdischen Frauen
hatten, kam schon früher in anderen Religionen vor. Ebenso war es weit verbreitet, daß sich große Herrscher als Söhne
der Götter bezeichneten. Das galt für
Pharaonen (Ramses = Ra-Moses = Sohn des Ra) und für Alexander den Großen, der
sich von einem ägyptischen Orakel in der Wüste als Sohn des Zeus bestätigen
ließ. Das galt auch für jüdische Könige
des alten Testamentes, die mit dem Titel „Sohn Gottes“ bezeichnet wurden, so
daß dieses ein Königstitel wurde.
Bei der Menschlichkeit der Gottesvorstellungen jener Zeit ist somit die
„Göttlichkeit“ hochgestellter Menschen eher verständlich. So ist es verständlich, daß Christus von den
Menschen seiner Zeit nicht nur Messias-königlich, sondern auch „göttlich“
gesehen wurde. Christus lehrte nun
aber, daß alle Menschen Gott als Vater sehen sollten (das „Vater-unser“).
So bezeichnen sich alle Christen als „Gottes Kinder“. Es ist aber nicht üblich, daß sich ein Christ als „Gottes Sohn“
oder „Gottes Tochter“ bezeichnet. Die
Theologie hat sich auch da verheddert und nur durch das Konzept der Trinität
einen Ausweg gesucht, die Christus zu einem besonderen Sohn und Teil Gottes
erhebt.
Bei einer abstrakten Sicht der großartigen Urkraft der Schöpfung kann man
den menschlich-biologischen Begriff des „Sohn Gottes“ für Christus nicht
nachvollziehen.
Trinität
Heidnische Götter hatten in der antiken Welt öfter eine Vielzahl von
Rollen. So wurden sie in solchen Fällen
auch jeweils mit verschiedenen Attributen oder in verschiedener Bildhaftigkeit
dargestellt. Das führte aber nur selten
zu der konsequenten Darstellung einer „Viel-Einigkeit“, wie sie erst von den
griechisch geschulten, christlichen Denkern für die Trinität als schwer
erklärbar aber konsequent-notwendig gefunden wurde (denn sie konnten Christus
nicht identisch mit Gott sehen – als ob Gott selber 33 Jahre lang auf Erden als
Mensch gewandelt habe – wollten Christus aber dennoch als Teil Gottes über das
Allgemein-Menschliche erhoben sehen und dazu den Glauben an nur „einen“ Gott,
den Monotheismus, bewahren).
Mit einer abstrakten Sicht der großartigen Urkraft der Schöpfung ist der
Begriff der Trinität nicht vereinbar.
Wie mag Christus selbst unsere heutigen
Glaubensinhalte gesehen haben?
Die Evangelien sind spätere Aufschreibungen, die in ihrer Anordnung und
auch in ihrem Inhalt bereits die Sammler der Information und möglicherweise die
Auslegungen und Akzente der christlichen Gemeinden ihrer Zeit reflektieren
(siehe die Johannes und Thomas Evangelien).
Wie hätte wohl ein Mensch unserer Zeit, der mit Christus gewandert wäre,
ihn und sein Schicksal beschrieben (siehe die Darstellung „Jesus von Nazareth“,
H. Schwab, 1996)?
Christus spricht nicht von einer Gott-Gleichheit seiner Person. Er spricht von Gott als seinem Vater, wie er
es allen Menschen empfiehlt (siehe „Vater-unser“-Gebet), sieht darin aber wohl eine besonders enge
Verbindung für sich selbst. So ermahnt
er seine Jünger, daß auch sie größere Wunder tun könnten, wie er selbst, wenn
ihr Glaube stärker wäre. Christus fragt
auch seine Jünger, was die Menschen von ihm sagen und erhält dabei die Antwort,
er sei der „Sohn Gottes“. Dieses muß
man linguistisch und aus der Zeit heraus verstehen, wie vorher schon aufgezeigt,
als eine allgemeine Bezeichnung großer Herrscher, einschließlich der jüdischen
Könige der Vergangenheit. Christus hat
selber diese Bezeichnung nie als seinen Titel herausgekehrt, wurde allerdings
am Kreuz als „König der Juden“ verspottet, was auf die Nutzung der „Sohn
Gottes“-Bezeichnung unter seinen Anhängern hindeutet.
Im „Glauben“ an Christus wurde die Erlösung verhießen. Das heißt wohl im Glauben an die Gültigkeit seiner
Lehre und damit in der Nachfolge Christi.
Nur in der konsequenten Einhaltung seiner Lehre, dem Nicht-Aufgeben, dem
selbst den Tod Hinnehmen konnten die Anhänger Christi ihren Glauben
behalten.
Christus selbst hat seinen Kreuzestod als sein Opfer für die Gläubigen,
nicht aber als Kernstück der Erlösung anlässlich des Jüngsten Gerichtes dargestellt. Christus sah (seit der Erscheinung auf dem
Berg von Moses und Elias) die Notwendigkeit, nicht nur in Galiläa zu predigen,
sondern sich der Auseinandersetzung mit seinen Gegnern in Jerusalem zu
stellen Diese waren die Anführer der
etablierten, starren und machtbewußten Hierarchie seiner Religion, an die er
grundsätzlich selber glaubte, die er aber in ihrem Formalismus und ihrer
Menschenferne als irregeleitet ansah.
Da diese Konfrontation auch seinen Jüngern bevorstand, mußte Christus
sie als erster und vorbildlich auf sich nehmen und mit seinem Opfer die
Haltbarkeit seiner Lehre ermöglichen. So wurde Christi Tod ein notwendiges Opfer
zum Erhalt seiner Lehre, damit des christlichen Glaubens und damit unserer
Erlösung vom Irrweg der alten Lehre und der falschen Werte. Dieses ist eine Erlösung der Menschen von
sich selbst und eine befreite Hinwendung auf eine Gottes- und Schöpfungssicht
höherer Dimension.
Es besteht kein Zweifel, daß der Glaube an ein Jüngstes Gericht und an
Paradies oder Hölle für Christus und seine Zeit als gegeben galt. (Dieser Glaube wurde schon von Zarathustra
gelehrt und galt auch für die Juden seit der Babylonischen Gefangenschaft, wo
sie mit östlichen Lehren verstärkt in Berührung kamen).
Christus hat sich auf seine grundsätzliche Lehre für die Juden seiner Zeit
konzentriert, sich eher wie ein Reformator sehend, und hat keine ausgeklügelte,
systematische Theologie entwickelt – in dem Sinne auch keine Dogmen oder
Rituale. Das Wesentliche des christlichen
„Glaubens“ war die Nachfolge Christi.
Die Kernstücke dieses Glaubens waren:
So entstanden völlig neue „Werte“ für das Menschsein und die Gesellschaft [8].
Umweltprobleme gab es zu Christi Zeiten nicht – und eine Kenntnis der
Evolution oder des Weltraumes auch nicht.
Sollte man nicht erwarten, daß jede Weltraumzivilisation, die durch eine
Evolution aus primitiverem Sein entstand, zu irgend einer Zeit auch eine Lehre
wie die von Christus vermittelte benötigte (den man somit zurecht in der alten Symbolsprache
als Erlöser sehen kann), um zur Höhe des Potentials hochzivilisierter
und hochkultureller Existenz zu gelangen, wo und wann auch immer dieses
im Kosmos gewesen sein mag?
[1] Die Frage erhebt sich, wie weit in die Zukunft man ein solches
Interesse zukünftiger Generationen mit einbeziehen müßte. Kann man das Interesse zukünftiger
Generationen in der Zeit diskontieren?
Wird zukünftige Technologie leicht das Ersetzen jetzt knapper Ressourcen
ermöglichen – wie Erdöl, Mineralien oder Wasser?
[2] Gelegentlich ist dieses auch eine
Frage der Schriftforschung, siehe Aufdeckung der Urheberschaft des 5. Buches
Moses (Deutoronomium) durch De Wette, Cross und Friedman als nicht von Moses,
sondern von Jeremiah aus der Zeit Josiahs um 622 B.C. stammend und dessen
eigene neue Ordnung und Gesetze einführend.
[3]
Wenn man ein Modell bauen würde, in dem die Sonne nur 5 cm Durchmesser
hätte, wäre die Erde ungefähr 5 m von der Sonne entfernt und hätte weniger als
einen halben Millimeter Durchmesser.
Entsprechend klein und verstreut wären die anderen Planeten im leeren
Raum. Das nächste Sonnensystem zu
unserem wäre ungefähr 750 Kilometer entfernt.
Dazwischen wäre alles nur Leere, sogar hier im Bereich einer Galaxie,
unserer Milchstraße.
Zwischen den entsprechend weit verteilten Galaxien herrscht wieder
ausgedehnte Leere. Die Galaxien sind im
Weltraum verteilt, wie ein Schwamm. Es
gibt Ansammlungen von Galaxien in Haufen, aber auch entlang vielen Bändern oder
am Rande von riesigen Blasen im Raum, die fast nichts enthalten. Alles dieses muß man sich in langsamer
Bewegung vorstellen auf Grund der fortschreitenden, weiteren Ausdehnung unseres
Universums, der Gravitationswirkungen und anderer Ursachen für die Bewegung der
Galaxien, was auch gelegentlich zu Zusammenstössen derselben führt. Es wird erwartet, daß unser Galaxie, die
Milchstraße, in einigen Milliarden Jahren mit der Galaxie, die Andromeda Nebel
genannt wird, zusammenstoßen wird, wie sie wohl schon mit anderen, kleineren
Galaxien zusammengestoßen ist (siehe den Sterngürtel um die Milchstraße).
[4] Siehe die Sammlung von Aussagen in der Welt führender
Wissenschaftler im Buch „Cosmos, Bios, Ethos“, herausgegeben von Morgenau und
Verghese, Open Court Publishing Company, ISBN 0-8126-9186-5
[5] Die menschliche Fähigkeit für „Bewußtsein“ (Definition:
Wahrnehmung des eigenen Seins, der Umwelt und des eigenen Denkens) wird als die
mysteriöseste und vielleicht auch wichtigste menschliche Fähigkeit
angesehen.
Jeder
Hund weiß genau, wo er sich zu kratzen hat, wenn es juckt, dadurch ein
Bewußtsein seiner selbst beweisend.
Jeder Hund, der nach Futter am richtigen Platz sucht – oder jeder Wolf,
der eine gültige Strategie zum Erjagen seiner Beute entwickelt – zeigt
Bewußtsein der ihn umgebenden Welt und die Fähigkeit, diesbezüglich zu denken –
auch erkennbar bei schlafenden Hunden, die träumen. Es gibt zwischen den verschiedenen Stufen der Komplexität der
Existenz keine scharfe Abgrenzung zwischen keinerlei Fähigkeit zu Bewußtsein
und vollem Bewußtsein – zwischen fortgeschrittenen Maschinen, Tieren oder
Menschen. Da sind nur quantitative
Unterschiede. Bewußtsein auf jeder Ebene ist
ein virtuelles Phänomen, das von der Erinnerung früherer Wahrnehmungen – einem
Vorläufer des Bewußtseins – verbunden mit Erinnerung an vorherige Gedanken,
Gedankenverarbeitung und der komplexen, vielfältigen Aufrufbarkeit des
Erinnerten herrührt – einschließlich von deren Bewertung und der
Beurteilung von Konsequenzen – selbst wenn so nur in die jeweilige Maschine
oder Menschen hineinprogrammiert.
Die
oft emotionale Empfindung des Bewußtseins ist nicht anders, als die emotionale
Reaktion auf eine Wahrnehmung – z. B. ein Kunstwerk – oder eine nur gedankliche
Vorstellung. Diese emotionale Reaktion
tritt nur auf, wenn man über das Bewußtsein nachdenkt, wie sie auch auftritt,
wenn man über manch anderes nachdenkt.
Was von
der Essenz des Bewußtsein bleibt, ist die Einzigartigkeit der tierischen und
menschlichen Fähigkeit zum Denken, geistige Vorstellungen im Ablauf des Denkens
zu haben, wie eine andere Realität, aber eine virtuelle – und die Fähigkeit,
solche Vorstellungen des Denkens erinnern zu können.
Weitere
neurophysiologische Erklärungen des Denkens finden sich in den Aufsätzen
„Creative Thought“ und „Mental Creativity“ von H. Schwab.
[6] Siehe die bedeutende Forschung, die von Jane Goodall über
Schimpansen durchgeführt wurde und die bewies, daß diese Lebewesen sehr viel
von dem haben, was wir als Seele bezeichnen.
[7] Was dominiert nun, die materielle Grundlage oder die Form und
Struktur unserer Essenz? Offensichtlich
ist es die abstrakte Essenz, die Form und Struktur, da jedes materielle Teil
von uns ersetzt werden kann und wir doch dieselbe Person bleiben.
Aber
was würde geschehen, wenn wir unsere materielle Basis rekonstruieren könnten,
Atom für Atom, mit genau der gleichen Form und Struktur, wie wir sie zu
irgendeinem Zeitpunkt haben? Wären das
auch wir selber, mit demselben Geist und Gedächtnis - da beide ja hirnabhängig sind?
Könnten wir dann eine der beiden Kopien eliminieren und genau wie vorher
weiterleben, da die überlebende Kopie ja nicht vom Vergehen der anderen wissen
würde? Würde das beweisen, daß unser
materieller Gehalt dominiert?
[8]
In einer historischen Klarstellung muß man sagen, daß die Entwicklung
des ethischen Denkens der Menschen auf „Nächstenliebe“ zu und die Formulierung
entsprechender moralischer Leitwerte auf frühere Zeiten zurückgeht. So hat sich wohl als erster König Urukagina
(auch Uru’inimgina genannt) ungefähr 2,300 B.C., 600 Jahre vor Hammurabi, in
Lagash, Mesopotamien, als Beschützer der Schwachen und Ausgenutzten in der
Gesellschaft dargestellt.
Bald
darauf haben ägyptische Schriften auf Rücksichtnahme für die Niedrigen und
Schwachen in der Gesellschaft und Schutz der Waisen hingewiesen (siehe A. Erman,
LAE, pp 72 und 116 ff).
Jeremiah (siehe eine frühere Fußnote) hat um 622 B.C. im Deutoronium
diese Gedanken wiederholt und ausgebaut, siehe dort 10/18 und 24/6-22, wobei er
bemerkenswerter Weise in Vers 16 den Tod eines Individuums für die Schuld eines
Anderen verbietet.